Hamish Powell hat die Pflanzenwelt zu seinem Medium gemacht. Aus der Vergänglichkeit der Natur schöpft der Brite Inspiration. Der Florist und Künstler im exklusiven Gespräch mit moments.
Rein technisch gesehen ist Hamish Powell Florist, obwohl er mittlerweile mit seinen interdisziplinären Kreationen auch als Bildhauer, Künstler und Designer gilt. Seinen Weg in dieses bestimmte Feld fand der charismatische Brite mit derselben zufälligen Intuition, die in jedem seiner Werke steckt. «Es hat sich einfach ergeben; ich habe nie bewusst entschieden, in diesem Raum zu arbeiten. Für mich überlappen sich Floristik, Kunst und Design natürlich», verrät Powell im Gespräch mit moments. Sein tiefes Verständnis für Pflanzenbiologie, gepaart mit einer sensiblen, unverkennbaren Handschrift und einer kontinuierlichen Präsenz auf Social Media haben ihm internationale Aufmerksamkeit beschert, die auch zu Modehäusern wie Loewe, Burberry und Hermès durchgedrungen ist, die sich nur allzu gerne mit Powells floralen Designs schmücken.
Tief verwurzelt
«Ich wuchs zwischen drei sehr unterschiedlichen Orten auf, die mir alle eine andere Sichtweise auf Pflanzen gegeben haben: wilde Improvisation aus Tansania, wo alles wächst, wie es will; einen Sinn für Entdeckung und Knappheit aus Südfrankreich, wo sich alles um Oliven und Wein dreht; und praktisches Denken zwischen Englands Hecken und Unkraut.»
Abseits der Botanik
Floristik, Kunst und Design überschneiden sich für mich. Ich sehe Blumen nicht als Accessoire, sondern als Material, das genauso ernst genommen werden kann wie Stahl oder Ton. Inspiration finde ich auch ausserhalb der Pflanzenwelt – in der Form eines rostigen Rohrs, dem Rhythmus einer Küste oder dem Licht, das durch die Jalousien im Büro fällt.
Der natürliche Lauf der Dinge
Anfangs drehte sich bei mir alles um Skalierung und Volumen – immer grösser, schwerer, lauter. Mittlerweile sind mir Intention und Präzision weit wichtiger. In fünf Jahren möchte ich in andere Bereiche wie Architektur, vielleicht auch Duft oder Film, expandieren. In zehn Jahren soll sich meine Arbeit weniger wie ein Marketingaccessoire und eher wie ein kultureller Moment anfühlen.
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