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Licht ist nicht nur Helligkeit. Es formt Räume, verleiht Materialien Tiefe, erzeugt Atmosphäre – und kann Menschen sogar zu Gestaltern ihres Umfelds machen. Axel Meise, Gründer und Chefdesigner von Occhio, im Gespräch über das sinnliche Zusammenspiel von Technologie, Gestaltung und Gefühl.

In einer Zeit, in der Wohnlichkeit, Atmosphäre und individuelle Lebensqualität an Bedeutung gewinnen, rückt eine oft unterschätzte Dimension in den Fokus: das Licht. Es ist nicht bloss funktional – sondern auch emotional. Es verändert, was wir sehen. Und wie wir uns fühlen. Für Axel Meise ist Licht weit mehr als Technik – es ist Gestaltungselement und Ausdruck. Seine Firma Occhio steht für eine neue Kultur des Lichts. Die Marke vereint anspruchsvolles Design mit innovativer Lichttechnik und bietet modulare Leuchtensysteme für private wie öffentliche Räume. Im Interview spricht er über seine Vision einer Lichtkultur, die Design, Technologie und Emotion zusammenführt. 

Axel Meise: Lichtgestalter oder Magier?

Wenn Axel Meise über Licht spricht, klingt das nicht nach Normen oder Watt-Zahlen. Es klingt nach Faszination, nach Verantwortung – und durchaus nach Poesie. Seit über zwei Jahrzehnten prägt der Münchner Visionär mit Occhio die Art, wie Menschen Licht erleben – in Wohnräumen, Restaurants, Büros, Yachten oder Showrooms. Dabei geht es ihm nicht um einzelne Leuchten, sondern um das grosse Ganze: um Werkzeuge für Atmosphäre, für Szenen, für sinnliche Raumerlebnisse. Im Gespräch betont Meise: «Das Spannende am Licht ist die Magie, die es im Raum entfaltet. Es ist immer wieder faszinierend, wie sich Stimmungen verändern, wenn sich das Licht verändert.»

«Wir wollen Menschen zu Magiern ihres Raumes machen – mit Licht als Mittel, das nicht nur sichtbar macht, sondern fühlbar gestaltet.» Axel Meise
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Occhio ©
Axel Meise, Gründer und Chefdesigner von Occhio

Die Macht des Lichts

Die Wirkung des Lichts hängt dabei eng mit seiner Umgebung zusammen. Was wir sehen, so Meise, sei nichts anderes als reflektiertes Licht. Ohne Licht: keine Farbe, keine Textur, keine Tiefe. Ob Holz, Stein oder Textilien – alles wird durch Licht zum Leben erweckt oder verliert an Wirkung. Besonders wichtig ist dabei der Farbwiedergabeindex (CRI): «Ein schlechter CRI kann das schönste Interieur zerstören», so Meise. Bei Occhio liegt dieser zwischen 95 und 97 – nahe am Sonnenlicht. Kombiniert mit steuerbaren Farbtemperaturen entstehen so individuell anpassbare Lichtstimmungen – für jede Tageszeit und jede Atmosphäre.

Doch Design allein reiche nicht aus. «Eine schöne Leuchte ist nicht genug», sagt Meise. Occhio verfolgt einen holistischen Ansatz, der Lichtplanung, intuitive Steuerung und emotionale Wirkung verbindet – vom privaten Wohnhaus bis zur High-End-Gastronomie. Die Beratung erfolgt über Stores, Partner oder direkt vor Ort. Entscheidend sei immer, dass das Licht beim Menschen ankommt – als spürbare Qualität.

Atmosphärisches Licht: ein Spiel aus Wärme, Schatten und Gefühlen

Atmosphärisches Licht sei kein Zeitgeist-Phänomen, sondern ein uraltes menschliches Bedürfnis, erklärt Meise. «Vom Lagerfeuer bis zur Glühlampe – warmes Licht war immer wichtig.» Zwar sorgten frühe LEDs für kühleres Licht, doch mit heutiger Technologie lasse sich die Lichtstimmung wieder anpassen – dimmbar, wandelbar, persönlich. Occhio macht diese Wandelbarkeit erlebbar: Fast alle Produkte lassen sich über App, Geste oder voreingestellte Szenen steuern. Licht wird so zum intuitiven Werkzeug des Alltags – und zur Verlängerung der eigenen Stimmung. Statt uniformer Helligkeit plädiert Meise für gezielte Lichtinszenierung: Lichtinseln, bewusste Dunkelzonen, spannungsreiche Übergänge. «Licht braucht Schatten», lautet eine seiner Grundregeln. Nur so entstehe Atmosphäre.

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Occhio ©

Lichtqualität trifft Lebensqualität

Im Zentrum steht dabei stets das Erlebnis. «Gutes Licht ist spürbar. Es verändert, wie Räume wirken – und wie wir uns darin fühlen.» Deshalb geht es bei Occhio nicht nur um Technologie, sondern auch um Haltung. Beispiele dafür finden sich viele. Etwa im Drei-Sterne-Restaurant Tohru in München, wo Occhios Linsentechnik gezielt die Speisen in Szene setzt. Oder in der Casa de la Luz auf Mallorca – ein Occhio-Showhouse, das zeigt, wie Licht ein ganzes Gebäude durchdringen kann. Selbst auf Yachten kommt das Konzept zum Einsatz – dort, wo Menschen das Erlebnis aus ihren Wohnwelten mit auf Reisen nehmen. Was all diese Projekte verbindet: Sie machen sichtbar, wie Licht zur Bühne für das Leben wird. Und wie stark es unsere Wahrnehmung prägt – Tag für Tag, Szene für Szene.


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