Leere Räume, gedämpftes Licht, eine Frau mit dem Rücken zum Betrachter: Das Kunsthaus Zürich widmet dem dänischen Maler Vilhelm Hammershøi die erste umfassende Museumsausstellung in der Schweiz.
Auf den ersten Blick geschieht in Vilhelm Hammershøis Bildern erstaunlich wenig. Türen stehen offen oder bleiben geschlossen, Licht fällt durch hohe Fenster, einzelne Möbel verlieren sich in beinahe leeren Zimmern. Menschen sind häufig abgewandt. Gerade aus dieser Reduktion entsteht die eigentümliche Spannung, die das Werk des dänischen Malers bis heute so unverwechselbar macht.
Unter dem Titel «Maler des stillen Klangs» zeigt das Kunsthaus Zürich Hammershøis berühmte Interieurs neben Porträts, Stadtansichten und Landschaften. Seine Palette bleibt meist zurückhaltend: Grau‑, Weiss- und Brauntöne dominieren, minimale Veränderungen von Licht und Perspektive erhalten dafür umso mehr Gewicht. Auch die Musik spielt eine Rolle. Klaviere und Celli tauchen wiederholt in seinen Gemälden auf und verleihen den scheinbar stillen Szenen eine beinahe hörbare Dimension.
Hammershøi entwickelte diese reduzierte Bildsprache um die Wende zum 20. Jahrhundert und stand dabei auch internationalen Strömungen seiner Zeit nahe, etwa der Malerei James McNeill Whistlers. Im Kunsthaus wird daraus keine laute Retrospektive, sondern eine Ausstellung, bei der genaues Hinsehen belohnt wird.
Vilhelm Hammershøi – Maler des stillen Klangs
Kunsthaus Zürich, Moser-Bau
noch bis 25. Oktober 2026