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Die neue Generation der Ultra-All-inclusive-Resorts zeigt eindrucksvoll, was in ihr steckt – und das hat längst nichts mehr mit Kaffee-und-Kuchen-Buffets zu tun. Exklusivität ist ab sofort inklusive.

Ein Tag, der fast beiläufig beginnt: das Spiel von Licht und Wasser, das gedämpfte Klingen eines Glases, der Duft von frischem Kaffee und das Gefühl von kühlem Stein unter den Füssen. Nichts drängt sich auf und doch ist alles da. Ultra-Luxus-All-inclusive ist heute weniger ein Angebot als eine Haltung: das Wissen, dass Wünsche nicht geäussert, sondern geahnt werden. Eine neue Generation von Resorts übersetzt Überfluss in Ruhe und Gastfreundschaft in Kunst. «Alles inklusive» bedeutet hier nicht unbedingt mehr, sondern perfektioniert. Die Hotelmacher sprechen von «ultimate all inclusive» oder «all inclusive, all exclusive», und die Reisenden nehmen das dankbar an. Auch im High-End-Segment weiss man es zu schätzen, wenn Kosten vorhersehbar sind und man sich nicht mit «aufs Zimmer schreiben» rumschlagen muss. 

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Candy Retriever ©

Vor ein paar Jahren wurde All-inclusive noch mit hochgezogenen Augenbrauen kommentiert, aber diese Zeiten sind passé. Die Resorts finden sich auffällig oft in der Karibik, in Mexiko oder auf Mauritius; die Gründe liegen auf der Hand. Die Zielgruppe: gerne adults only, aber nicht nur. Fine-Dining-Restaurants – und zwar gleich mehrere – und Wellness-Treatments sind in dieser Liga Standard, aber da ist noch Luft nach oben. Beispiel «Sandals Resort», ein familiengeführtes Unternehmen mit 17 Resorts in der Karibik. Wer einen Tauchschein hat, darf den persönlichen Untergang als all-inclusive betrachten. Und wer in einer der sogenannten Butler-Level-Suiten eincheckt, erfreut sich – je nach Standort – an Bootstouren, Mini-Cooper-Ausflügen oder sogar am ganzen Universum. Im «Sandals Dunn’s River» auf Jamaika holt ein eigener Stargazing Concierge die Sterne vom Himmel. 

Authentizität inklusive

Wer sich ein bisschen mit den Reisetrends der letzten Jahre beschäftigt hat, weiss: Heutzutage geht es um Sinn statt Show, um Erfahrung statt Extravaganz. Nicht das grösste Zimmer oder die längste Weinkarte zählen, sondern das Erlebte, der bleibende Eindruck – wenn nicht sogar die Veränderung des Lebens. Da jeder anders tickt, reagiert die Branche mit immer zugespitzteren Angeboten. Im «Royalton Vessence Barbados» (ab Sommer 2026 «Autograph Collection Hotels») wird es ein Open-Air-Studio geben. Tagsüber wird hier getöpfert oder gemalt, abends Konzerten gelauscht. Denkbar wäre, dass es in Zukunft dezidierte Kunst- oder Kulinarik-Resorts gibt; in Mexiko versucht es das Hotel «Xcaret Arte» bereits mit einem «All-Fun Inclusive»-Konzept, konkret: unlimitiertes Auskosten der Naturparks von Cancún und der Riviera Maya.

Man schwimmt in unterirdischen Höhlen, lernt die mexikanische Kultur kennen, kann aus dem Vollen schöpfen, ganz gleich, wohin der Tag einen treibt. Die einzelnen «Casas» sind von mexikanischen Künstlern inspiriert; und auch hier sind Workshops – von Latin Dance bis Weben – Teil des kuratierten Urlaubs-Kaleidoskops. Alles inklusive, alles authentisch. Ganz andere Ecke: eine südamerikanische Ranch in Chile. In der «andBeyond Vira Vira»-Lodge erkundet man die Prärie zu Pferd, raftet entlang der Stromschnellen des Liucura-Flusses oder nähert sich dem Villarrica-Vulkan auf – kurz umdenken – Skiern. 

Rosinen auf dem Silbertablett

Es gibt wie immer zig Rankings darüber, welches All-inclusive-Resort das Beste der Welt sei – einmal mit Fokus Familie, dann wieder steht Wellness im Vordergrund, wo man sich seine Rosinen auf dem Silbertablett servieren lassen kann. Immer wieder gerne als beste All-inclusive-Marke Europas genannt: die «Ikos Resorts». Das «Ikos Porto Petro» (Mallorca) trägt etwa den 2025er-Titel «Best Hospitality Luxury All-Inclusive Hotel 2025». Nettes Gimmick: Die Gäste können mit dem hoteleigenen Tesla die Baleareninsel erkunden. Aktuell firmieren sieben Resorts, allesamt in Griechenland und Spanien, unter der «Ikos»-Flagge. In den nächsten Jahren geplant: Standorte in Kreta, Marbella und der Algarve. Auch die Karibik – da ist sie wieder – steht im Expansionsplan; der Nahe Osten wird kolportiert. Eine Region, die man generell im Auge behalten sollte. 

Die 2020 in der Türkei gegründete Marke «Rixos Hotels» entwickelt sich hier gerade zum Hospitality-Powerhouse. Überzeugend: die Exclusive Sports Clubs, die das eh schon beeindruckende Angebot – Beispiel «Rixos The Palm Dubai» – noch mit Masterclasses überbieten. Von Muay Thai bis Sound Healing und sogar Eisbaden – ein interessanter Ansatz in Dubai – findet man hier alles. Und so bedeutet Luxus Mitte der 2020er-Jahre vor allem eins: sich auf den Weg begeben – von Selfcare und Selbstoptimierung hin zu Selfmastery, wie auch immer das für jeden Einzelnen aussieht.


Alles nach Mass: All-inclusive trifft Individualität

Klassisches All-inclusive bedeutete lange: viel Auswahl, wenig Individualität. Die Zukunft setzt dagegen auf Hyper-Personalisierung – nicht «alles drin», sondern genau das Richtige für jeden Gast. Technologie, Daten und persönlicher Service schaffen Erlebnisse, die sich flexibel an Vorlieben anpassen: individuelle Menüvorschläge, massgeschneiderte Wellness-Programme, personalisierte Aktivitäten.

Zwei Benchmarks zeigen, wohin die Reise geht:

«Kudadoo Maldives Private Island» bietet die radikalste Form: «Anything. Anytime. Anywhere.» statt Paketdenken. Jeder Villa steht ein Butler zur Seite, der Wünsche nicht nur erfüllt, sondern antizipiert. Unbegrenzte Spa-Behandlungen, private Tauchgänge, Jetski-Erlebnisse und individuelle Ausflüge sind vollständig inkludiert. Man kauft keine Leistungen – man kauft absolute Freiheit.

«Impression by Secrets» setzt auf eine verfeinerte Version des Premium-All-inclusive. Ein persönlicher Butler hebt ein bereits luxuriöses Angebot auf ein individuelles Niveau: Koffer auspacken, private Dinner, Minibar nach Wunsch, Concierge-Service. Spa und Aktivitäten sind inkludiert, aber nicht grenzenlos wie bei Kudadoo.


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