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Warum wir dieses Jahr lieber nach Izmir als nach Istanbul reisen

Travel · September 2026

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Robert Haidinger

September 2026

Izmir statt Istanbul

Während Paris, London, Amsterdam oder Mailand unter Overtourism leiden, laden kleinere Städte wie Lyon, Manchester, Turin, Rotterdam oder Izmir zu entspannten Besuchen ein.

In Eric Amblers Krimi «Die Maske des Dimitrios» verlieren sich die Spuren im alten Smyrna – wie Izmir lange Zeit hiess. Kein Wunder: In den wilden Zwanzigerjahren glänzte die kosmopolitische «Perle der Levante» in einer Liga mit dem glamourösen Berlin oder Paris. Griechen, Armenier, Glücksritter aus ganz Europa, Osmanen und Juden machten den dreitausend Jahre alte Handelshafen der östlichen Ägäis zur schillernden Bühne für Spione und Selfmade-Millionäre, für Bordellbesitzer, Schwarzhändler und Intellektuelle. Der legendäre Reeder Onassis stammt von dort. Lange zuvor war das von ionischen Griechen gross gemachte Smyrna die Heimatstadt von Homer. Ziemlich viel Geschichte auf dem alten Buckel und zugleich offen für Neues – diese Eigenschaft prägt Izmir auch heute. Der Ruf als weltoffenste, westlichste Stadt der Türkei zieht wie ein Magnet liberal Gesinnte aus allen Landesteilen an, darunter nicht wenige aus Istanbul.

© Visit İzmir

City-Check

Wie ein grosses Amphitheater öffnet sich Izmir zur Ägäis. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen nahe der Promenade: Im höher gelegenen Namazgah beeindruckt die Agora aus dem 4. Jh. v. Chr., die Marc Aurel mit korinthischen Kolonnaden ausbauen liess. Historische Schätze zeigt auch das Archäologische Museum, etwa die Marmorstatue des Flussgottes Kaystros aus Ephesos. Lebhaft geht es in der «Kızlarağası»-Karawanserai von 1744 zu, dem Herz des Basars, wo sich rund um das einstige Warenlager Café an Café reiht – darunter das berühmte «Şükrü Bey’in Yeri» mit über Holzkohle gebrühtem Kaffee, ideal für eine Partie Backgammon. Wer hinaus will, erreicht die Strände und Naturschönheiten der Çeşme-Halbinsel schneller als von Istanbul aus. Zudem ist Izmir das Tor zum UNESCO-Welterbe Ephesos. Noch weniger besucht: das nördlich gelegene Pergamon mit Oberer und Unterer Akropolis, dem eindrucksvollen Serapis-Tempel und dem legendären antiken Medizinzentrum Asklepieion.

Smyrna Agora © Visit Izmir
Ephesos © Visit Izmir
© Visit İzmir
Antike Stadt Teos © Visit Izmir
Schloss Aeeueme © Visit Izmir
Pergamon Akropolis © Visit Izmir

Frischer Fisch

Sechs Kilometer ist Izmirs Uferpromenade lang. Der zentrale Teil heisst Kordon und wartet mit Sundowner-Lokalen und zwei der besten Restaurants der Hafenstadt auf: Das elegante «Kordon Yengeç» ist ein Favorit für frischen Fisch; einige Schritte weiter findet sich das für Lammgerichte berühmte anatolische Traditionslokal «Tavaci Recep Usta». Kellner in Trachten servieren dort herzhafte Gerichte wie Kaburga Dolmasi – gefüllte Rippchen – und frisch gequirlten Ayran. Epizentrum des turbulenten Nachtlebens ist aber der Stadtteil Alsancak, zugleich eines der trendigsten Bar-Viertel Kleinasiens. Rechts und links der zentralen Kibris-Şehitleri-Strasse gehen kleine Gässchen mit traditionellen Holzhäusern ab, die sich in originelle Szene-Cafés und Bars verwandelt haben. Vintage-Kneipen wie das «Gülizar Kafe» an der 1483. Sokak Nr. 13 kombinieren sehenswerten Retro-Trödel mit alten Kaffee-Traditionen. Sundowner-Location der schön in der Meeresbucht gelegenen «zweiten» Stadt der Türkei? Am Ende der Bar-Zeile Dario Moreno Sokaği wartet der 1907 gebaute Aufzug «Asansör» (von franz. Ascenseur) auf Nachtschwärmer – er führt zu einer darüber liegenden Panoramaterrasse. 

© Visit Izmir
© Visit Izmir

Next Room

In unmittelbarer Nähe zum Ausgehviertel Mahal Bomonti Entertainment Arena eröffnete das hippe Canopy by Hilton Izmir Bomonti. Philosophie der gehobenen Boutique-Lifestyle-Marke: lokale Verwurzelung und ein von der Nachbarschaft inspiriertes Design. 

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