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Ob Hausboot, Schloss oder Glamping – Reisen ganz privat.

Könnte der edle Orient-Express schwimmen, dann wäre er wohl in Frankreich unterwegs. So ähnlich sahen das die Strategen der Luxus-Travel-Marke Belmond und schicken seither sieben wunderbare Hausboote auf die Reise, um kleineren Gruppen ab vier Personen vor allem eines zu beweisen: dass das genussvolle Leben in Frankreich kein langer Fluss, sondern gerne auch ein Kanal sein kann. Einer, der nach Rosen duftet und sich durch Grand-Cru-Weinberge schlängelt, immer herrlich gemächlich und mit Sicherheitsabstand an stillen, von Pappel- und Platanenalleen gesäumten Ufern und den Kaimauern mittelalterlicher Städte vorbei. Belmond Afloat heisst diese Einladung zum Treiben lassen und umfasst sieben historische Boote für exklusive Flussreisen, die typischerweise mit einem Gläschen Champagner in der Hand angetreten werden. Der Canal de Bourgogne ums burgundische Dijon oder Fahrten am legendären Grand Canal du Midi, und also inmitten der grünen Languedoc, zählen dabei ebenso zu den Revieren wie kleine Nebenflüsschen der Champagne. Trüffelsuche, Marktbummel mit dem eigenen Koch, frisch an Bord zubereitete Gourmet-Gerichte verstehen sich dabei von selbst. Aber Flussreisen und Hausbooturlaube mit hohem Privatheitsgrad machen auch einfacher gestrickt jede Menge Spass. Frischgebackene Süsswasser-Kapitäne können nach einer kurzen Einführung mit Freunden oder Familie Europas schönste Wasserstrassen erkunden. Der französische Anbieter Le Boat punktet etwa mit hochkarätigem Design und deckt mit einer grossen Flotte spannende Ziele wie Schottland, die Mecklenburger Seenplatte oder das von Kanälen durchzogene Umland Venedigs sowie die Region Friaul ab. 

Viel Platz in Ritterburgen

Zugegeben: In Daphne du Mauriers Klassiker «Rebecca» geht die Sache nicht wirklich gut aus. Doch zugleich lernt der geneigte Leser, neben Wissenswertem zum Thema Brandschutz, hier Folgendes: Schlösser und ähnliche Herrensitze sind kaum überlaufene Adressen, bei denen Gast auf Gast klebt. Das hat mit dem Luxusanspruch der Vorbesitzer zu tun, blaublütigen zumeist, die sich stets genug Raum nahmen. Die alte Gewohnheit, liebe Gäste, vielleicht gar Künstler in Residence, zum Zwecke der eigenen Unterhaltung zu bewirten; nicht selten weitläufige Parks, die vielleicht gar in private Jagden übergehen – solche Traditionen bieten perfekte Rahmenbedingungen für stilvoll distanzierte Aufenthalte in alten Gemäuern. Auch nach Jahrzehnten der Modernisierungen hat sich von dieser Grandezza viel erhalten. Keine schlechte Anlaufstelle in diesem Zusammenhang: die ehemalige Vereinigung Schlosshotels & Herrenhäuser, kürzlich re-branded zu «The castle in an other country», und vertreten in Österreich, Deutschland, Ungarn, Tschechien, Italien sowie Kroatien. Dort gibt es etwa ehrwürdige Herrenhäuser wie das 1654 erbaute Agriturismo L’Unicorno. Nahe dem Gardasee im kleinen Dorf Macesina gelegen, bietet der sanft restaurierte Palazzo nicht nur stilvolle Zimmer, sondern auch Olivenöl und Weine aus eigener Produktion sowie Köstlichkeiten aus den umliegenden Alpentälern. Nobel und geschichtsträchtig wohnt es sich auch auf Schloss Wartegg, das 1557 oberhalb des südlichen Bodenseeufers erbaut wurde. Einst lebte hier die letzte Kaiserin von Österreich-Ungarn nach ihrer Verbannung ins Exil. Heute darf sich hier jedermann kaiserlich fühlen. Ob beim Spaziergang im Schlossgarten oder beim Genuss der Slow-Food-Küche – hier hat es nicht nur jede Menge Platz, auch die Uhren scheinen hier langsamer zu gehen.

Nomade mit Stil

Mit dem Wohnmobil auf Tour oder doch im praktischen Stadtflitzer auf Reisen gehen? Dank der Findigkeit des Wohnmobil-Herstellers Volkner Mobil müssen sich Reiselustige nicht mehr entscheiden. Der Ausflugswagen kann dank eines im Bauch des Wohnmobils verborgenen Slide-outs per Knopfdruck hervorgezaubert werden. Wohnmobile erleben in Zeiten der Pandemie ein Comeback – und setzen auf besondere Userprofile. Galicien mit Gypsie-Touch, Video-Coach mit CIA-Geheimniskrämer-Aura oder praktischer Family-Fun? Alles kein Motorhome-Problem. Da wäre die Retro-Zigarre des 1931 entwickelten Anhängers Airstream, die Alu-Ikone schlechthin, ein Fall für Design-Nostalgiker. Oder ein Ei rollt auf uns zu, mit lustigen Rändern in Grün, Orange oder Dottergelb? Dann ist die Rede vom T@B Basic, dem 2CV unter den Wohnmobilen. Der 68er-Touch ist hier wohl kalkuliert, ebenso wie die improvisatorische Form von Freiheitsempfinden, die das angesprochene Klientel liebt. Das trifft wohl auch auf die Luxusmodelle der Marke Hymer zu, die erfolgreich mit Fiat Ducato kooperiert. Ferienwohnung auf vier Rädern trifft es auch hier besser. So bietet das mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnete Modell Hymermobil B‑Klasse SupremeLine Durchladefächer für grosses Gepäck, eine separate Dusche und eine Küche, von der so mancher Ferienhaus-Nutzer nur träumen kann. Vor allem aber bietet es: absolut private Momente – vorausgesetzt der Parkplatz war gut gewählt. 

Luxus inmitten der Natur – dieser Wunsch macht Glamping weltweit salonfähig. Eine von Österreichs besten Glamping-Adressen, das Alpencamping Nenzing in Vorarlberg, bietet zehn Himmel-Chalets, die futuristisch anmutend aus einem Hügel zu wachsen scheinen und den Blick auf einen nahe gelegenen Naturpark freigeben. Aber auch Meer und Luxuszelt passen gut zusammen: Die Be Vedetta Lodges im toskanischen Scarlino kombinieren King-Size-Betten, Klimaanlage und Kaffeemaschine, das Frühstück serviert der Betreiber ans Zelt. Seiten wie GlampingHub​.com offenbaren jedoch die heimlichen Glamping-Grossmächte: Slowenien und Kroatien. Dort findet sich beispielsweise Istriens Arena One 99 in der Bucht von Pomer: Luxuszelte, komplett ausgestattete Küche, Outdoor-Pool. Den frischen, harzigen Duft der Pinien und die salzige Seeluft gibt es gratis dazu.