Wildkräuter begleiten uns seit Jahrhunderten – als Nahrung, Heilpflanzen oder stilles Beiwerk am Wegrand. Heute erleben sie eine Renaissance. Etwa mittels geführter und genussvoller Wanderungen, die den Blick auf eine Pflanzenwelt ermöglichen, die im Alltag oft übersehen wird.
Meret Bissegger im Tessin – eine der Ersten ihrer Art
Im Bleniotal, zwischen Kastanienhainen und duftenden Wiesen, führt Meret Bissegger ihre Gäste seit vielen Jahren in die Welt der essbaren Wildpflanzen ein. Schon in den 1980er-Jahren begann sie, das Thema in den Vordergrund zu rücken, später machte sie mit dem «Casa Merogusto» Furore und wurde für ihre Küche mit 14 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet. Heute lädt sie zu Spaziergängen und mehrtägigen Exkursionen ein. Da wird ein Blatt zwischen den Fingern verrieben, der Duft von Anis oder Zitrone steigt auf, später wandern die Kräuter in einen Salat oder in die Pfanne. Oft wird unterwegs gekocht, manchmal endet der Tag mit einem gemeinsamen Picknick. Wer teilnimmt, spürt sofort, wie eng Natur und Kulinarik hier miteinander verwoben werden.
Mit Weitblick im Berner Oberland
Von Schwanden bei Sigriswil führt ein Weg hinauf über blühende Wiesen und durch lichte Wälder. Immer wieder schweift der Blick hinunter auf den Thunersee, tiefblau und eingerahmt von schneebedeckten Gipfeln. Kräuterexpertinnen und ‑experten erklären am Wegrand Pflanzen wie Spitzwegerich oder Gänseblümchen, lassen Teilnehmerinnen und Teilnehmer probieren und vermitteln dabei nützliches Wissen zu den Kräutern. Am Ende der Wanderungen wird ein einfacher, frisch zubereiteter Wildkräuter-Salat serviert – eine Mahlzeit, die in Erinnerung bleibt, weil sie so eng mit dem Erlebten verbunden ist.
Drei Jahreszeiten im Emmental – Kräuterwanderungen mit Daniel Zenger
Im Emmental lässt sich die Pflanzenwelt gleich dreimal im Jahr erleben: im Frühling, wenn das erste Grün nach Erde und Aufbruch riecht; im Sommer, wenn Schafgarbe, Dost oder wilde Minze die Luft mit Würze füllen; im Herbst, wenn Beeren reifen und der Nebel zwischen den Hügeln hängt. Die Touren enden meist in einer kleinen kulinarischen Runde – mal wird eine Suppe angerührt, mal ein Salat aus den gesammelten Kräutern zusammengestellt, manchmal sogar ein mehrgängiges Menü. Es ist diese Kombination aus Landschaft, Gemeinschaft und Geschmack, die den Tagen einen besonderen Ton verleiht.
Wilde Kräuter im Obwaldnerland
Zwischen Flüeli-Ranft und den sanften Hügeln Obwaldens öffnet sich ein Reich voller Pflanzen, die seit Jahrhunderten heilende oder rituelle Bedeutung tragen. Ursula Anderhalden von Echt Natur führt hier durch Wiesen, Wälder und an Bächen entlang. Johanniskraut mit seinen goldenen Blüten, Beifuss, der einst beim Räuchern zur Sommersonnenwende verwendet wurde, oder die feine Schafgarbe am Wegrand – jede Pflanze erzählt eine Geschichte. Während der Wanderung wird gesammelt, gerochen, probiert; am Ende entsteht daraus ein kleiner Imbiss, der das frisch Gelernte kulinarisch erfahrbar macht. Die Mischung aus Landschaft, Wissen und Geschmack verleiht der Tour ihre besondere Intensität.
Ganzheitlich am Haslihof
Der Haslihof bei Römerswil im Luzerner Seetal ist weit mehr als ein Bauernhof – er ist ein Ort der Wissensvermittlung. Gastgeberin Margrit Steiner-Büeler verbindet Kräuterwanderungen mit Workshops, in denen Salben, Tinkturen oder Naturkosmetik entstehen. Der Tag beginnt draussen, wo die Kräuter gesammelt werden, und führt hinein in die Werkstatt, wo zwischen Gläsern, Mörsern und getrockneten Blüten alte Handgriffe vermittelt werden. Wer sich länger einlassen möchte, besucht einen Jahreskurs und begleitet die Pflanzen durch alle Jahreszeiten – vom ersten Austrieb bis zum Verblühen. Es ist diese Verbindung von Natur, Handwerk und Alltag, die den Haslihof zu einer besonderen Adresse macht.
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