Ab Mittwoch, 28. Januar 2026, wird Paris erneut zum Zentrum automobiler Geschichte. Dann öffnet die Rétromobile im Paris Expo Porte de Versailles ihre Tore – und feiert zugleich ihre 50. Jubiläumsausgabe.
Der runde Geburtstag markiert dabei mehr als nur ein Jubiläum: Erstmals steht die Messe unter der Schirmherrschaft des französischen Kulturministeriums. Klassische Automobile werden damit explizit als Teil des kulturellen Erbes verstanden – als Mechanical Art.
Kunst auf der Rennstrecke: die BMW Art Cars
Zu den zentralen Sonderschauen der Jubiläumsausgabe zählt die BMW Art Car World Tour, die in Paris eine kuratierte Auswahl von sieben BMW Art Cars zeigt, die beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans eingesetzt wurden. Seit 1975 verbindet das Projekt Rennsport mit zeitgenössischer Kunst – nicht als Dekoration, sondern als fahrbare Leinwand.
Gezeigt werden:
- der von Alexander Calder gestaltete BMW 3.0 CSL (1975), das erste BMW Art Car überhaupt,
- der grafisch reduzierte BMW 3.0 CSL (1976) von Frank Stella,
- der von Roy Lichtenstein entworfene BMW 320i Group 5 (1977),
- der ikonische BMW M1 (1979), bemalt von Andy Warhol,
- der BMW V12 LMR (1999) von Jenny Holzer,
- der farbintensive BMW M3 GT2 (2010) von Jeff Koons
- sowie der jüngste Beitrag: der BMW M Hybrid V8 (2024), gestaltet von Julie Mehretu.
Die Auswahl spannt einen Bogen über fast fünf Jahrzehnte und macht sichtbar, wie sich sowohl Rennsporttechnik als auch künstlerische Ausdrucksformen verändert haben. Passend dazu greift auch das offizielle Jubiläumsplakat der Rétromobile 2026 die BMW Art Cars als zentrales Motiv auf.
Steve McQueen: Geschwindigkeit zwischen Film und Realität
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Ausstellung «Steve McQueen – Passion for Speed», realisiert in Partnerschaft mit Les Epicuriens. Im Mittelpunkt steht Steve McQueen als Sammler, Fahrer und Stilfigur. Motorräder, Sportwagen und persönliche Objekte werden in bewusst filmisch inszenierten Kulissen gezeigt – eine Annäherung an McQueens Rolle als Bindeglied zwischen Kino, Design und Maschinenleidenschaft.
Rallye, Rekorde und Ingenieurskunst
Im Pavillon 7.2 widmet sich die Rétromobile dem goldenen Zeitalter des Rallyesports. Die Retrospektive führt von den 1960er- bis in die 1990er-Jahre und zeigt Fahrzeuge, die den Rallyesport technisch wie ästhetisch geprägt haben. Im Fokus stehen Entwicklungsstufen, Reglements und jene Phase, in der Rallye als offenes Experimentierfeld für Ingenieure galt.
Einen ungewöhnlichen Akzent setzt zudem die Ehrung von Ettore Bugatti. Neben klassischen Bugatti-Automobilen wird auch der Bugatti Autorail, ein von Bugatti entworfener Triebwagen, gezeigt. Ergänzt durch weitere mechanische Entwürfe erweitert die Ausstellung den Blick auf Bugatti als Ingenieur jenseits des Automobilbaus.
Markt, Mechanik und Zeit
Auch 2026 bleibt die Rétromobile Marktplatz und Treffpunkt. Die offiziellen Auktionen werden von Gooding & Company in Zusammenarbeit mit Christie’s durchgeführt. Parallel dazu gibt es erneut einen eigenen Bereich für Fahrzeuge unter 30’000 Euro (Pavillon 4), der gezielt den Einstieg in die Oldtimerwelt erleichtern soll.
Zum zweiten Mal ist zudem Time On Show Teil der Messe – ein Bereich, der sich der Uhrmacherkunst und ihrer engen Verbindung zur mechanischen Präzision widmet.
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