David Rockwell und sein Studio blicken auf eine vier Jahrzehnte währende Erfolgsgeschichte zurück. Auch nach so langer Zeit ist der Architekt bei jedem Projekt mit Herz und Seele dabei.
David Rockwell feierte 2024 das 40-jährige Bestehen seines Studios – ein Meilenstein für einen Gestalter, der wie kaum ein anderer Räume erschafft, in denen Menschen sich begegnen, sich erinnern und gemeinsam erleben. Aufgewachsen zwischen der US-Ostküste und dem farbenreichen Alltag in Guadalajara, Mexiko prägten ihn früh zwei sehr unterschiedliche Welten: Theaterbesuche in New York und das lebendige Strassenleben Lateinamerikas. Nach dem frühen Tod seines Vaters fand Rockwell im Modellbau Halt – kleine Welten in Schuhkartons, gestaltet als persönliche Zufluchtsorte. Später verband er seine Liebe zum Theater mit Architektur – bis heute entwirft sein Studio mit über 300 Mitarbeitenden Hotels, Restaurants, öffentliche Räume, Gesundheitszentren, Museen und Bühnenbilder mit unverwechselbarer Atmosphäre. «Ich will nicht nur bewahren, ich will weitergestalten – mit Bedeutung und Haltung», sagte er in einem Interview. Trotz weltweiter Erfolge bleibt Rockwell neugierig, optimistisch und voller Tatendrang: Für ihn ist Design ein Werkzeug, um Gemeinschaft zu stiften – lebendig, zugänglich und voller Energie.
Kein bisschen gewöhnlich
Als wir ihn in Mailand anlässlich der Präsentation seines Cork Collectives trafen, war schnell klar: Der Mann brennt auch nach über 40 Jahren Rockwell Group für jedes einzelne Projekt. David Rockwell ist kein gewöhnlicher Architekt – mit seiner Rockwell Group schafft er Räume, die Geschichten erzählen und Erlebnisse formen.
Zwei Projekte stehen exemplarisch für seinen Ansatz: das New Yorker Restaurant COQODAQ und die NOBU Restaurants. COQODAQ ist mehr als ein Restaurant – es überrascht durch organische, fliessende Formen, die verschiedene Bereiche verbinden und einen klar strukturierten Ablauf ermöglichen. Die Kombination aus warmem Holz, rohem Stein und industriellen Materialien vermittelt Geborgenheit und Urbanität. Die Lichtgestaltung hebt einzelne Zonen hervor und schafft so eine intime, offene Atmosphäre.
Orte zum Erleben
In den NOBU Restaurants zeigt sich Rockwells feines Gespür für kulturelle Sensibilität. Im NOBU Downtown New York verbinden sich dorische Marmorsäulen mit massgeschneiderten Holzstrukturen, die an Origami erinnern. Die Räume sind zurückhaltend gestaltet, in warmen Holztönen und tiefem Schwarz, Ruhe und Konzentration förderlich und ideal für das kulinarische Erlebnis. Rockwells Arbeit zeichnet sich durch Materialität, Atmosphäre und den Fluss zwischen Raum und Mensch aus. Seine Architektur schafft Orte, die man nicht nur betritt, sondern erlebt.
Kurz und knapp: drei Fragen an David Rockwell
1. Faszination Madrid
Unser Studio in Madrid feierte kürzlich sein 20-jähriges Bestehen. Viele unserer Projekte dort, wie das Gran Hotel Inglés, sind in historischen oder unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden angesiedelt, was den Geschichten, die wir damit erzählen können, eine noch tiefere Ebene verleiht. Die Stadt ist also ein sehr dynamischer Ort des Schaffens für uns.
2. Im Licht von Urban
Aufgrund der Art und Weise, wie seine architektonische Ausbildung sein Bühnenbild inspiriert und wie er mit Beleuchtung und malerischen Effekten experimentiert, zählt Joseph Urban zu einem meiner Theaterhelden. «Urban Blue», eine seiner charakteristischen Farben, diente für viele unserer Projekte als Inspiration.
3. Kork, salonreif
2024 riefen wir das Nonprofit Cork Collective ins Leben, das Restaurants und andere Gastgewerbe animiert, Korkstöpsel zu sammeln, statt sie in den Müll zu werfen. Wir verwerten diese dann weiter und stellen Material zur Oberflächenwiederherstellung von Spielplätzen her. Beim diesjährigen Salone del Mobile fungierte unsere Casa Cork als Galerie, Atelier und Veranstaltungsraum, der fast zur Gänze aus Kork gemacht war.
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