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Die Molekularbiologin und Unternehmerin Dr. Vanessa Craig über den Weg von der Krebsforschung zu Longevity, ihre Faszination für Kollagen – und weshalb gesunde Routinen mehr bringen als Extreme.


Frau Dr. Craig, Sie haben in Molekularbiologie und Epigenetik geforscht, heute beschäftigen Sie sich mit Longevity und Ernährung. Wie kam es zu diesem Wechsel?

VC: Meine Forschung begann mit einer Doktorarbeit über chronische Entzündungen bei Krebs. Dabei wurde mir klar: Entzündungen sind nicht nur ein Haupttreiber von Krebs, sondern auch von den meisten chronischen Krankheiten – die nach wie vor die häufigste Todesursache in der westlichen Welt sind. Anfangs wollte ich neue Therapien entwickeln. Doch je tiefer ich forschte, desto deutlicher wurde mir: Ein Grossteil dieser Krankheiten ist durch Ernährung und Lebensstil beeinflussbar. Das war ein Wendepunkt. Therapien sind wichtig, aber der stärkste Hebel für Gesundheit liegt in der Prävention im Alltag. Deshalb habe ich mich nach meiner Zeit in der Epigenetik dem Thema Ernährung zugewandt – und verbinde heute beides: Molekularbiologie und praxisnahe Longevity-Strategien.

2016 haben Sie Formettā gegründet – mit dem Fokus auf Kollagen. Was fasziniert Sie daran?

VC: Kollagen ist das Strukturprotein unseres Körpers. Es macht rund 30 Prozent aller Proteine aus, stützt Knochen, Knorpel, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder und sogar das Zahnbein. Und es sorgt für Spannkraft und Elastizität der Haut. Ohne Kollagen fehlen uns Stabilität und Widerstandskraft. Mich fasziniert, dass wir mit gezielter Ernährung diese Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen können. Zehn Jahre Forschung und zahlreiche klinische Studien haben mich überzeugt: Bioaktive Kollagenpeptide wirken wirklich. Sie verbessern nachweislich Haut, Knochen und Gelenke. Als ich aber realisierte, dass viele Produkte auf dem Markt kaum wissenschaftlich fundiert waren, habe ich Formettā gegründet. Anfangs nur für mich selbst, dann für alle, die Wert auf eine ehrliche, evidenzbasierte Formulierung legen.

Wie genau wirkt Kollagen?

VC: Kollagenpeptide wirken nicht einfach als «Bausteine». Sie sind bioaktive Signalgeber: Nach der Einnahme gelangen sie über den Darm ins Blut und binden sich an Zielzellen wie Fibroblasten. Dort aktivieren sie Prozesse, die die Produktion von Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure anregen. So wird die Haut widerstandsfähiger, die Gelenke beweglicher, die Knochen stabiler. Entscheidend ist: Diese Wirkung ist durch klinische Studien belegt.

Welche Rolle spielt Kollagen für Prävention und Langlebigkeit?

VC: Eine sehr grosse. Kollagen ist das Fundament vieler Gewebe – vom Bindegewebe über die Knochen bis zur Haut. Mit dem Alter nimmt die Produktion ab, gleichzeitig beschleunigt sich der Abbau. Die Folgen: Falten, Gelenkschmerzen, langsamere Regeneration. Klinisch geprüfte Peptide können diesen Prozess verlangsamen, die Hautelastizität steigern und die Gelenke stützen. Kurz gesagt: Je mehr gesundes Kollagen wir haben, desto widerstandsfähiger altern wir.

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Unsplash: Curology ©
Je mehr gesundes Kollagen wir haben, desto widerstandsfähiger altern wir.

Warum sinkt die Kollagenproduktion mit dem Alter?

VC: Einerseits produziert der Körper weniger, andererseits steigt der Abbau durch Enzyme, oxidativen Stress oder UV-Strahlen. Das ist ein doppelter Effekt: Weniger Aufbau, mehr Abbau – das schwächt die Fasern und macht sie brüchig.

Woran erkennt man einen Kollagenmangel?

VC: Die Anzeichen sind vielfältig: Falten sowie eine nachlassende Hautelastizität, brüchige Haare und Nägel, ferner Gelenkschmerzen, verminderte Beweglichkeit, eine geringere Knochendichte und sogar langsamere Wundheilung oder Verdauungsprobleme.

Und wie kann man einem Mangel entgegenwirken?

VC: Unser Körper braucht Unterstützung, damit er Kollagen nicht nur bildet, sondern auch erhält. Es gibt kein Wundermittel – entscheidend ist die Kombination mehrerer Faktoren:

  • Bioaktive Peptide: Klinisch geprüfte Kollagenpeptide sind die Basis.
  • Nährstoffreiche Ernährung: Viel Gemüse, hochwertige Proteine, gesunde Fette – und möglichst wenig Zucker, denn Zucker beschleunigt den Abbau.
  • Lebensstil-Faktoren: Bewegung, Schlaf, Hydratation, Sonnenschutz – plus Verzicht auf Rauchen und übermässigen Alkoholkonsum.
  • Entzündungen reduzieren: Chronische Entzündungen sind der grösste Kollagen-Killer. Anti-inflammatorische Ernährung, etwa mit Beeren, Olivenöl oder Omega-3-Fettsäuren, schützt die Strukturen nachhaltig.

Nahrungsergänzung oder Kosmetik – was wirkt besser?

VC: Kollagen in Cremen wirkt nur an der Oberfläche. Die orale Einnahme dagegen ist wissenschaftlich deutlich besser untersucht und zeigt Effekte im ganzen Körper. Wichtig ist, dass Produkte wirklich klinisch geprüfte Peptide in wirksamer Dosierung enthalten.

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Nahrungsergänzung oder Kosmetik? Vor allem die orale Einnahme von Kollagen zeigt langfristig Wirkung.

Was unterscheidet Formettā von anderen Marken?

VC: Wir kombinieren klinisch geprüfte Peptide mit Co-Faktoren wie Vitamin C, MSM, CoQ10, Traubenkernextrakt, Mineralien und Elektrolyten. Damit schaffen wir Synergien: Der Körper produziert mehr Kollagen – und baut es gleichzeitig langsamer ab. Zudem verzichten wir auf Zucker, künstliche Zusätze und setzen auf Schweizer Produktionsstandards.

Welche Formulierungen bieten Sie an?

VC: Wir arbeiten mit drei patentierten Bioactive Collagen Peptides®. In der Superior-Formel kommen zusätzlich Elektrolyte, Vitamine, MSM und Traubenkernextrakt hinzu. Die Essential-Formel kombiniert die Peptide mit Perlenpulver – ein traditioneller Rohstoff, der seit Jahrhunderten für seine kollagenfördernden Eigenschaften geschätzt wird. Beide Varianten gibt es auch in natürlichen Geschmacksrichtungen wie Zitrus, Traube oder Vanille.

Und abgesehen von Kollagen: Was können wir noch tun, um gesund älter zu werden?

VC: Longevity ist ganzheitlich. Bewegung, eine mediterrane Ernährung, guter Schlaf, stabile soziale Kontakte und Stressmanagement sind die wirksamsten Faktoren. Ebenso wichtig: auf stark verarbeitete Lebensmittel und übermässigen Zucker verzichten. Und: Extreme bringen nichts. Weder exzessiver Sport noch strikte Diäten führen zu mehr Gesundheit. Am meisten bewirken konstante, ausgewogene Routinen, die mit Freude, Genuss und Flexibilität gelebt sowie erlebt werden.

Vielen Dank für das Interview!

Unsplash Emma Simpson
Unsplash: Emma Simpson ©
Longevity ist ganzheitlich: Wer gesund altern will, braucht gesunde Routinen.

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