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Am 29. Januar 2026 jährte sich ein Datum, das die Welt in Bewegung setzte: An diesem Tag vor 140 Jahren meldete Carl Benz seinen Patent-Motorwagen an – die «Geburtsurkunde des Automobils». Mercedes-Benz nutzt das Jubiläum nicht nur als Rückblick, sondern als programmatische Standortbestimmung: Die Marke erzählt ihre Geschichte als Abfolge von Technologie-Sprüngen – und koppelt das Narrativ an die Gegenwart einer Industrie, die sich neu erfindet.

Der Taktgeber im Jubiläumsjahr ist bewusst gesetzt. Den Auftakt machte die Weltpremiere der neuen S‑Klasse am 29. Januar (mit Livestream), bevor in den kommenden zwei Jahren eine Produktoffensive mit mehr als 40 neuen Modellen folgen soll. Damit wird das Jubiläum zur Bühne für eine klassische Mercedes-These: Fortschritt entsteht nicht als Einzelmoment, sondern als System.

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Mercedes-Benz ©
Die neue Mercedes-Benz S-Klasse

Vom Patent-Motorwagen zur Ikone der Automobilgeschichte

Dass diese Erzählung ohne Mythos nicht auskommt, gehört zur Dramaturgie. Bertha Benz’ Fernfahrt von 1888, die improvisierte Hutnadel-Reparatur am Vergaser: ikonische Bilder einer Zeit, in der Mobilität noch ein Wagnis war. Der erste «Mercedes» im modernen Sinn, der mit 35 PS von 1900, markierte dann den Abschied von der Kutschenlogik: niedriger Schwerpunkt, lange Achse, technisches Gesamtkonzept. In Mercedes-Lesart beginnt hier das, was man heute «Plattformdenken» nennen würde.

Diese Linie setzt sich über Jahrzehnte fort – besonders dort, wo Innovationen das Auto zum geschützten Raum machen. Sicherheitskarosserie, Crashtests, später ABS und ESP: Mercedes war oft nicht nur schnell, sondern einflussreich, weil Lösungen aus der S‑Klasse zum Branchenstandard wurden.

Sicherheit, Software und neue Standards im Premiumsegment

In einer Ära, in der Mobilität immer stärker über Sensorik, Assistenz und digitale Architektur definiert wird, setzt das Unternehmen diese Tradition fort. Sicherheit wird als Zusammenspiel aus Mechanik, Elektronik und Datenlogik verstanden – nicht als einzelnes Feature.

Gleichzeitig verschiebt sich der Fortschrittsbegriff. Was früher Kompressorleistung oder Rennsportdominanz bedeutete, ist heute Effizienz, Reichweite und Ladefähigkeit. Der VISION EQXX zeigte 2022, wie weit sich Energieverbrauch und Alltagstauglichkeit im Elektroantrieb treiben lassen. Im Spätsommer 2025 demonstrierte ein EQS-Erprobungsträger mit Lithium-Metall-Festkörperbatterie die Strecke Stuttgart – Malmö: 1205 Kilometer ohne Ladestopp – ein Signal in Richtung nächster Batteriegeneration.

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Elektromobilität und Rekorde: Mercedes beschleunigt in die Zukunft

Auch das Performance-Kapitel wird neu geschrieben – elektrisch, aber mit der alten Mercedes-Logik, Grenzen messbar zu verschieben. Das Concept AMG GT XX fuhr im August 2025 auf der Nardò-Teststrecke binnen 24 Stunden 5479 Kilometer und stellte eine Serie von Langstreckenrekorden auf. Technik im Extrem soll im Serienprodukt plausibel werden.

In diese Gegenwart passt, dass der neue CLA Anfang Januar 2026 von der europäischen «Car of the Year»-Jury ausgezeichnet wurde. Mercedes deutet die Auszeichnung als Bestätigung für eine Strategie, die E‑Mobilität und digitale Software-Schichten zusammen denkt: neue Antriebe, neues Nutzererlebnis, neue Relevanz.

Vielleicht ist das der Kern dieser 140 Jahre: Mercedes-Benz begreift das Auto als Summe von Disziplinen – Ingenieurskunst, Design, Komfort, Status, Kultur. 140 Jahre nach dem ersten Patent wirkt die Geschichte deshalb weniger wie ein Museumsgang als wie ein kontinuierlicher Stresstest: Kann eine Traditionsmarke das Tempo einer radikal neuen Mobilitätswelt mitgehen, ohne ihre Aura zu verlieren? Mercedes beantwortet diese Frage mit einer Doppelbewegung – Rückbindung ans Erbe und Beschleunigung nach vorn.

Oder, in einem Satz: Die Zukunft endet nie.


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