Manche Autos fahren nicht einfach – sie verlangen Aufmerksamkeit. Mit dem Temerario schreibt Lamborghini seine «Essential & Iconic»-Designlinie konsequent fort. Als Nachfolger des Huracán markiert er weniger eine Evolution als einen spürbaren Wendepunkt. «We give adrenaline a shape», sagt Chefdesigner Mitja Borkert und beschreibt damit ein Fahrzeug, das die Grenzen zwischen Supersportwagen und Fluggerät weiter verschiebt.
Schon aus der Distanz ist die Herkunft klar erkennbar. Die Silhouette bleibt typisch Lamborghini: kantig, gespannt, kompromisslos. Neu ist die konsequente Weiterentwicklung einzelner Designelemente. Während der Revuelto mit dem Ypsilon-Motiv arbeitet, setzt der Temerario auf das Hexagon als prägendes Element. Die sechseckigen Tagfahrlichter sind dabei nicht nur visuelles Statement, sondern integraler Bestandteil der Aerodynamik.
Am Heck zeigt sich der technische Ansatz besonders deutlich. Der freigelegte Diffusor, die offene Radführung und die klare Linienführung lassen das Fahrzeug beinahe roh wirken. Auch der neue 4,0‑Liter-V8-Biturbo-Hybrid ist bewusst sichtbar inszeniert. Mit 920 PS Systemleistung und einer Drehzahlgrenze von 10’000 U/min liegt der Fokus klar auf Performance – technisch wie visuell.
Cockpit: Kontrolle statt Inszenierung
Im Innenraum verschiebt sich der Fokus von reiner Darstellung hin zu Bedienbarkeit. Der Fahrer steht im Zentrum, nicht das Interface. Das neu entwickelte Lenkrad integriert vier Drehschalter, über die sich insgesamt 13 Fahrmodi sowie die Hybridsteuerung direkt anwählen lassen, ohne die Hände vom Kranz zu nehmen. Digitale Systeme wie die «Lamborghini Vision Unit» arbeiten im Hintergrund, während die physische Interaktion bewusst erhalten bleibt. Startknopf unter roter Klappe, klar definierte Taster, direkte Rückmeldung – das Konzept setzt auf intuitive Kontrolle statt auf reine Bildschirmlogik. Es ist ein Ansatz, der besonders bei hoher Geschwindigkeit relevant wird.
Technologie und Alltagstauglichkeit
Mit der Lamborghini Vision Unit (LAVU) erweitert der Temerario die Schnittstelle zwischen Fahrer und Fahrzeug. Drei Kameras dokumentieren Fahrten und ermöglichen sowohl detaillierte Telemetrieanalysen als auch persönliche Aufnahmen. Gleichzeitig wurde das Fahrzeug in seiner Alltagstauglichkeit weiterentwickelt. Mehr Platz im Innenraum und zusätzliche Stauraummöglichkeiten zeigen, dass Performance und Nutzbarkeit zunehmend zusammen gedacht werden. Auch die Individualisierung bleibt ein zentrales Thema: Mit über 400 Lackierungen ist die visuelle Differenzierung fester Bestandteil des Konzepts.
Lamborghini Temerario: Daten & Fakten
- Antrieb: 4,0‑Liter-V8-Biturbo + drei Elektromotoren (Plug-in-Hybrid)
- Systemleistung: 920 PS (676 kW)
- Max. Motordrehzahl: 10’000 U/min
- Beschleunigung (0 – 100 km/h): 2,7 Sekunden
- Höchstgeschwindigkeit: über 340 km/h
- Chassis: neuer Aluminium-Spaceframe (+ 20 % Verwindungssteifigkeit)
- Besonderheiten: Lamborghini Vision Unit (LAVU) mit 3‑Kamera-System, 13 Fahrmodi inklusive Drift-Modus
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