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La Réserve Firenze: Wohnen wie im eigenen Palazzo

Travel · August 2026

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Brigitte Cocyan

August 2026

Mit La Réserve Firenze eröffnet Michel Reybier seine erste Adresse in Italien. Sechs Apartments in einem Palazzo aus dem 15. Jahrhundert verbinden die Privatsphäre einer eigenen Florentiner Residenz mit den Annehmlichkeiten eines Hotels – mitten im Oltrarno.

Florenz gehört zu jenen Städten, in denen die Wahl des richtigen Quartiers beinahe so wichtig ist wie die Wahl des Hotels. Wer den Arno überquert und ins Oltrarno geht, lässt zumindest einen Teil des touristischen Florenz hinter sich. Hier liegen der Palazzo Pitti und Santo Spirito, dazwischen Werkstätten, Galerien, kleine Geschäfte und Trattorien. Und an der Via Santo Spirito eröffnet am 16. Oktober La Réserve Firenze. Ein klassisches Hotel sollte man allerdings nicht erwarten. Hinter der Fassade eines restaurierten Palazzo aus dem 15. Jahrhundert befinden sich gerade einmal sechs private Apartments mit ein bis drei Schlafzimmern. Mit 180 bis 210 Quadratmetern sind sie grosszügiger als so manche Stadtwohnung; eines verfügt über eine eigene Dachterrasse. Dazu kommen gemeinschaftliche Bereiche wie Salon, Bibliothek, Fitnessraum, Innenhof und eine Dachterrasse mit Blick über Florenz.

© La Réserve Firenze
© La Réserve Firenze
© La Réserve Firenze

Die Geschichte hinter dem Haus ist ungewöhnlich. Olivia und Grégory Marciano kauften den Palazzo 2022. Das Pariser Paar war bereits drei Jahre zuvor mit seiner Familie nach Florenz gezogen und begann gemeinsam mit dem französischen Interior-Duo Gilles & Boissier mit der Restaurierung. Erst daraus entwickelte sich die Zusammenarbeit mit Michel Reybier und die Aufnahme des Hauses in die Private-Homes-Kollektion von La Réserve. Florenz ist damit die erste italienische Adresse der Gruppe. Vier Jahre dauerte die Restaurierung. Kassettendecken, geschnitzte Holzarbeiten und Fresken wurden erhalten und von florentinischen Handwerksbetrieben restauriert. Historische Wandteppiche und Kunstwerke aus der privaten Sammlung der Eigentümer treffen auf zeitgenössische Möbel; in den Badezimmern kommt Travertin aus Siena zum Einsatz, traditionelle Terrakottaböden und regionaler Naturstein führen die Materialwelt des Palazzo weiter. Gilles & Boissier versuchen dabei nicht, aus dem Renaissancehaus ein Designhotel zu machen. Es soll weiterhin wie eine private Residenz wirken.

© La Réserve Firenze
© La Réserve Firenze
© La Réserve Firenze

Und genau hier beginnt der eigentliche Reiz des Konzepts. Roomservice kommt nicht aus einer anonymen Hotelküche, sondern von Camillo, einer traditionsreichen Trattoria an derselben Straße. Wer grösser aufkochen lassen möchte, kann einen lokalen Koch oder einen Michelin-Sternekoch ins Apartment bestellen. Ein Maître de Maison kümmert sich um den Aufenthalt, der Concierge organisiert private Besichtigungen, Weinverkostungen oder Ausflüge. Die Verbindung zu den Eigentümern geht noch weiter. Gäste können den privaten Landsitz der Familie Marciano rund zehn Autominuten ausserhalb von Florenz besuchen, zwischen Olivenhainen Tennis spielen oder einen Tag in einem privaten Bagno am Meer verbringen. Auch Zugänge zu Kulturstätten ausserhalb regulärer Öffnungszeiten sollen möglich sein.

© La Réserve Firenze
© La Réserve Firenze

Das alles hat seinen Preis: Ab 1’890 Euro kostet die Nacht für zwei Personen im Apartment mit einem Schlafzimmer. Frühstück, Getränke an der Courtesy Bar, Wäscheservice und die Nutzung des Tennisplatzes sind inkludiert. Natürlich könnte man in Florenz auch einfach ein sehr gutes Hotel buchen. La Réserve Firenze verfolgt eine andere Idee: für ein paar Tage eine eigene Adresse in der Stadt zu haben. Und wenn diese Adresse ein Palazzo im Oltrarno ist, lässt sich damit ziemlich gut leben.

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