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Interieur 03
Lifestyle

Klassisch eingerichtet

Lifestyle · Juni 2021

Vom Wishbone Chair bis zum Tulip Table – diese Interieur-Klassiker kommen nie aus der Mode.

S 32 und S 64 von Marcel Breuer

Der Architekt und Designer Marcel Breuer wechselte nach einem in Wien begonnenen Kunststudium an das Staatliche Bauhaus in Weimar und absolvierte ab 1920 eine Tischlerlehre. Er begann zunächst expressionistische Möbel aus Holz zu entwerfen, bis er sich der Entwicklung von Stahlrohrmöbeln zuwandte, für die er berühmt werden sollte. Die von ihm mitbegründete Firma Standard-Möbel wurde 1929 von Thonet gekauft. Bis heute produziert Thonet Modelle nach seinem Design, darunter auch die Stühle S 32 und S 64, die bis heute durch ihre Zeitlosigkeit und die gekonnte Mischung aus Stahl, Massivholz und Wiener Geflecht begeistern. 

thonet​.de

© Iittala

Iittala Vase von Alvar Aalto

In den nordischen Ländern wird Hugo Alvar Henrik Aalto gerne als «Vater des Modernismus» bezeichnet. Neben seiner Tätigkeit als Architekt und Stadtplaner entwarf er aber auch Möbel und Textilien. Im Gegensatz zu anderen Designern seiner Zeit arbeitete er ausschliesslich mit Holz und nicht mit Metall und entwickelte ein eigenes Holzverformungsverfahren. Er wagte sich aber auch an die Arbeit mit Glas. Im Jahr 1936 gewann er für seine von Wellen inspirierten Glasvasen den ersten Preis im Karhula-Iittala Glasdesign-Wettbewerb. Bis heute ist die Alvar Aalto Kollektion die legendärste Serie des Iittala-Programms und ein universeller Klassiker. 

iittala​.com

© Vitra AG

Panton Chair von Verner Panton

Er ist eine echte Legende – der Panton Chair aus dem Hause Vitra. Der dänische Architekt und Designer Verner Panton entwarf ihn 1959 und führte ihn zusammen mit Vitra zur Serienreife (1967). Er war einer der ersten, der die Stilrichtung Pop Art mit der Welt der Möbel zusammenbrachte. Nachdem er Stühle für Fritz Hansen und Thonet gestaltet hatte, begann er mit den ersten Versuchen, einen Monobloc-Freischwinger komplett aus Kunststoff zu gestalten. Erfolg hatte er schliesslich mit Acrylester-Styrol-Acrylnitril (ASA). Seine Vorliebe für kräftige Farben und geometrische Formen fanden und finden im Panton Chair ihr schönstes Beispiel. 

vitra​.com

© Gionata Xerra

Tulip Table von Eero Saarinen

Die meisten Klassiker zeichnen sich durch eine zeitlose Einfachheit aus, und die Meister des Einfachen sind die Skandinavier. Eero Saarinen ist einer von ihnen. Als Architekt sorgte der gebürtige Finne mit seinen Stahlbetonbauten für Aufsehen. Auch bei seinen Möbelentwürfen zeichnete er sich durch ungewöhnliche Material-Kombinationen und Designs aus. So kreierte er den Tulip Table mit nur einem geschwungenen Tischbein und einem Mix aus Aluminium und Laminat. Wie futuristisch sein Entwurf ist, zeigt die Tatsache, dass der Interieur-Klassiker einen Auftritt in Stanley Kubricks «2001: Odyssee im Weltraum» hat. 

knoll​.com

© Carl Hansen & Son

Wishbone Chair von Hans J. Wegner

Der CH24, auch Wishbone Chair genannt, ist das Meisterstück eines weiteren Skandinaviers in der Runde. Hans J. Wegner. Er entwarf das Modell, das den antiken chinesischen Kaiserthronen der Ming-Dynastie nachempfunden ist, 1949 für den Möbelhersteller Carl Hansen & Søn. Das Design gibt seinem tiefen Respekt für das Material Holz Ausdruck. Ein besonderer Hingucker ist vor allem die dampfgebogene Rückenlehne in Y‑Form und die Sitzfläche, die aus 120 Metern Papierkordel handgeflochten wird. Trotz einer Produktionszeit von drei Wochen und 100 Einzelschritten pro Stuhl wird dieser Klassiker seit 1950 von Carl Hansen & Søn produziert. 

carlhansen​.com

© Louis Poulsen

Pendelleuchte von Poul Henningsen

Auch beim Abschluss unseres Einblicks in die Welt der Interieur-Klassiker wird klar: Die Dänen haben ein Händchen für Zeitloses. Der Designer, Autor, Architekt und Kritiker Poul Henningsen arbeitete von 1925 bis zu seinem Tod 1967 mit der Firma Louis Poulsen Lighting zusammen und entwarf 1958 sein berühmtestes, mit seinen Initialen benanntes Werk: die PH 5. Die absolut blendfreie Pendelleuchte ist nach dem Prinzip eines reflektierenden Dreischirmsystems aufgebaut, wodurch ein Grossteil des Lichts nach unten und seitlich abstrahlt. Die Lampe finanzierte Henningsen seine späteren Arbeiten und wird bis heute mit geringfügigen Anpassungen produziert. 

louispoulsen​.com

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