teilen via

Ingwer ist vielseitig, scharf und gesund. Ob als Gewürz, Tee oder Heilpflanze. Die unscheinbare Knolle vereint intensiven Geschmack mit einer faszinierenden kulturgeschichtlichen Vergangenheit.

Ein Alltag ohne Ingwer? Geht gar nicht. Wer sich regelmässig in sozialen Medien bewegt, Life Hacks verfolgt oder in Magazinen blättert, kommt an der populären Superknolle nicht vorbei. Ob als Shot, als Begleiter zu Sushi, als aromatischer Akzent in Suppen, wärmender Tee bei Erkältung oder natürliches Mittel gegen Übelkeit und Entzündungen – Ingwer ist gleichzeitig Naturpower, Allrounder und Geheimwaffe. Also kurz gesagt: ein Dauerbrenner.

Ingwer Cr Unsplash Julia Vivchary
Unsplash: THLT LCX ©

Ursprünglich stammt der Ingwer (Zingiber officinale) aus den tropischen Regionen Südostasiens. Sein Name lässt sich sowohl auf das Sanskrit-Wort srnagravera, als auch auf das arabische zanjabil zurückführen. In beiden Sprachen bedeutet er sinngemäss Hornwurzel, ein Hinweis auf die geweihartig verzweigte Form. Botanisch gehört Ingwer zur Familie der Ingwergewächse und ist eng verwandt mit Kurkuma und Galgant. Was landläufig als Wurzel bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit ein unterirdischer Spross, ein sogenanntes Rhizom, in dem die Pflanze Nährstoffe speichert. 

Ein sprachlicher Fun Fact am Rande: Ingwer ist eine – wenn auch seltene – Variante des skandinavischen Namens Ingvar mit der Bedeutung Krieger der Ingwäonen. Etymologisch besteht jedoch keinerlei Zusammenhang zur gleichnamigen Pflanze. Im Englischen wird Ginger neben seiner Verwendung als (Künstler-)Vorname (z. B. Ginger Rogers) häufig und ganz selbstverständlich als Spitzname für rothaarige Menschen gebraucht. Ebenfalls ohne Bezug zur Wurzel.

Gesund für Körper und Wohlbefinden

Ingwer begleitet die Menschheit seit über 5000 Jahren. Über antike Handelsrouten gelangte er von Indien und China in den Nahen Osten und später nach Europa, wo er im Mittelalter als kostbares Luxusgut galt. 

In der traditionellen chinesischen Medizin und im Ayurveda wird Ingwer bis heute als universelles Heilmittel geschätzt. Er regt die Verdauung an, stärkt das Immunsystem und wirkt entzündungshemmend. Auch die Seefahrer der Vergangenheit setzten vorzugsweise auf Ingwer, um Seekrankheit vorzubeugen. Seine Schärfe verdankt die Wurzel den bioaktiven Stoffen Gingerolen und Shogaolen, die nicht nur Geschmack bringen, sondern auch medizinisch wirksam sind. Ingwer liefert wertvolle Nährstoffe wie Vitamin C, Kalzium, Phosphor, Natrium und Magnesium, wärmt von innen und unterstützt den Körper besonders in der Wintermonaten. Ob bei Erkältungen oder Gelenkbeschwerden. Die Superknolle ist ein echter Immun-Booster.

Ingwer Cr Unsplash THLT LCX
Unsplash: THLT LCX ©

Ingwer in der modernen Ernährung

Auch aus der Weltküche ist Ingwer kaum noch wegzudenken. Ob in pikanten Gerichten oder süssen Backwaren – der unscheinbare Turbo mit seiner würzig-zitronigen Note bringt immer Frische und Schärfe ins Spiel. Selbst das im 19. Jahrhundert in Irland erfundene und bei den Briten äusserst beliebte Ginger Ale wäre ohne Ingwer undenkbar. Doch die Wurzel kann mehr als Geschmack: Als funktionelles Lebensmittel (Functional Food) unterstützt sie unsere Gesundheit auf vielfältige Weise, die weit über die blosse Nährstoffversorgung hinausreicht. Meist kommt Ingwer aus Peru, Thailand, Indien oder China in die Supermärkte. Doch auch in der Schweiz wird er seit einigen Jahren erfolgreich angebaut. 

Ingwer Cr Unsplash Kelly Sikkema
Unsplash: Kelly Sikkema ©

Arzneipflanze des Jahres 2026

Eigentlich war eine Auszeichnung nur eine Frage der Zeit. Nun ist es offiziell. Der Ingwer wurde zur Arzneipflanze für das Jahr 2026 gekürt. Fachgremien aus der Phytotherapie und Arzneipflanzenkunde würdigten ihn für seine herausragende medizinische Bedeutung. Dabei besonders hervorgehoben wurden die gut belegten Wirkungen gegen Übelkeit, Entzündungen und Verdauungsbeschwerden sowie sein breites Anwendungsspektrum in der Naturheilkunde und modernen Medizin. Diese Auszeichnung unterstreicht, dass Ingwer nicht nur als Gewürz, sondern auch als ernst zu nehmende Heilpflanze geschätzt wird.


Nichts mehr verpassen – wir halten Sie auf dem Laufenden!

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.