Auf Iced Matcha oder trendige Avocado Toast-Spezialitäten verzichtet man in diesen Cafés und Restaurants gerne. Schliesslich trumpfen sie mit historischer Eleganz auf, weshalb es sich darin so anfühlt, als ob man aus der Zeit gefallen ist.
Café Bar Odeon, Zürich
Kaum ein Zürcher Café ist so eng mit der Stadtgeschichte verbunden wie das Café Bar Odeon. Eröffnet 1911, war es früh Treffpunkt für Intellektuelle, Kulturschaffende und politische Denker. Dass hier Persönlichkeiten wie Albert Einstein oder Schriftsteller der klassischen Moderne und die ganze Avantgarde verkehrten, ist klar belegt. Natürlich, schliesslich wurde hier das Cüpli – Champagner im Offenausschank – erfunden. Trotzdem bildet sich das Odeon nichts darauf ein und überzeugt seine Gäste nach wie vor mit einem weltoffenen Ambiente und herrlichem Art Nouveau-Interieur. Vormittags sitzen Stammgäste mit Zeitung an der Bar, nachmittags mischen sich Studierende, Flaneurinnen und Geschäftsleute unters Publikum. Wer einen Platz an der Fensterfront ergattert, versteht Zürich ein Stück besser.
Café & Conditorei 1842, Zürich
Nur wenige Schritte vom Grossmünster entfernt liegt Zürichs älteste Konditorei, das heutige Café & Conditorei 1842. Mit seinem neobarocken Konditorei-Laden und der vorgelagerten Terrasse bewahrt das renommierte Kaffeehaus ein Stück Vergangenheit – und verweist auf die Geschichte des denkmalgeschützten Hauses, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht.
Was vor bald 200 Jahren als «Eberles Süsskramladen» begann, wurde 1874 mit der Übernahme durch den Konditor Theodor Schober fortgesetzt. Und hat sich seither, über Generationen hinweg, zu einer im Niederdorf beliebten Konditorei mit Café etabliert. Selbst heute noch sind die Plätze im neoklassizistisch gestalteten Kaffeehaus heiss begehrt. Kein Wunder, schliesslich sind traditionelle Torten aus der hauseigenen Confiserie, deren Rezepte teilweise seit Generationen bestehen, ein ganz besonderer Genuss.
Café du Grütli, Lausanne
Noch hat das Bistro-Bijou mitten in der historischen Altstadt von Lausanne geöffnet. Denn das gleich neben dem Place de la Palud gelegene Café du Grütli, das seine Gäste seit der Eröffnung 1849 in einem gemütlichen Ambiente empfängt, schliesst im März 2027 seinen Betrieb. Umso mehr ein Grund, in diesem historischen Lokal noch ein Fondue zu geniessen und sich in der einzigartigen Atmosphäre unangestrengt mit seinen Liebsten zu unterhalten. Denn die Einrichtung dieser Beiz ist überraschend schlicht, fast schon nüchtern. Aber gerade deshalb ist das Café du Grütli einer der beliebtesten Treffpunkte mitten in der Stadt: kein Designkonzept, kein Trend, sondern ein authentisches Lokal, das Einheimische und Touristen gleichermassen begeistert.
Cafehaus Hanselmann, St. Moritz
In einem der ersten Tea Rooms der Schweiz Patisserie geniessen? Im St. Moritzer Cafehaus Hanselmann ist das immer noch sehr gut möglich. Zwar werden Besucherinnen und Besucher des historischen Gebäudes mit reich dekorierter Fassade nicht mehr in der Privatwohnung der Inhaber – wie 1894 erstmals von Fritz und Theresia Hanselmann für englische Gäste praktiziert – bewirtet, dafür aber in der Confiserie und im Tea Room mit vielen hausgemachten Spezialitäten verwöhnt. Zudem lässt sich im Cafehaus Hanselmann fabelhaft der St. Moritzer Hautevolee beim Flanieren und Tratschen zusehen.
Confiserie Schiesser, Basel
Gemäss eigenen Angaben ist die 1870 eröffnete Confiserie Schiesser am Basler Marktplatz das älteste Kaffeehaus der Schweiz. Und eines der seltenen Beispiele, bei denen noch weitgehend alles im Originalzustand ist – nicht nur baulich, sondern auch inhaltlich. Die Basler Institution begeistert selbst die heutige Gen Z mit der Verbindung von Kaffeehaus, Salon de Thé und Zuckerbäckerei. Ob das an den teils über hundertjährigen Rezepten des Traditionsbetriebes liegt? Durchaus möglich in Zeiten, in denen auf Social Media vom guten «alten 2016» geschwärmt wird. Oder ob das am himmlischen Duft von Zimt, Zucker und Mandeln liegt, der einem beim Betreten der Confiserie entgegenweht? So oder so, wer Lust auf einen entspannten Retro-Ausflug hat, sollte sich die Confiserie Schiesser nicht entgehen lassen.
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