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Eisbaden kursiert in der Longevity-Branche schon etwas länger, ist nun aber auch beim Schweizer Gesundheitsalltag angekommen. Was hinter diesem frostigen Badetrend steckt und die passenden Kältespots dazu.

Es muss ja nicht gleich extremes Eisbaden mit Tummo-Atmung sein, wie beim mittlerweile famosen Iceman Wim Hoff. Sich hin und wieder aber ins eiskalte Nass zu wagen, soll sich positiv auf das Immunsystem auswirken – davon sind zumindest begeisterte Schweizer Eisbaderinnen und Eisbader überzeugt. Fakt ist: Die Gefässe ziehen sich zusammen, der Blutdruck steigt kurzzeitig. Durch die Veränderung der Durchblutung der Muskeln und des Bindegewebes schützt der Körper seine lebensnotwendigen Organe wie Gehirn und Herz vor dem Erfrieren, zugleich werden Adrenalin und andere Stresshormone freigesetzt, die nach dem Bad für ein euphorisches Gefühl sorgen. 

Eisgekühlte Benefits

Auch wenn bislang keine offiziellen Forschungsergebnisse belegen, dass der winterliche Badespass langfristig gesünder macht, zeigen zahlreiche Studien kurzfristige positive Effekte auf Körper und Geist. Forschende der University of South Australia stellten etwa fest, dass sich Studienteilnehmende nach intensivem Training durch Eisbaden erholter fühlten und weniger Muskelkater hatten. Andere berichten zudem von reduzierten Schwellungen, weniger Entzündungen und gelinderten Schmerzen.

Genug gute Gründe also, das eisige Nass zu zelebrieren – oder es zumindest vorsichtig zu versuchen. Dennoch gilt es, einige Punkte zu beachten: Erfahrene Eisbaderinnen und Eisbader empfehlen, zunächst mit kalt-warmen Duschen zu beginnen, damit sich der Körper unter kontrollierten Bedingungen an die Kälte gewöhnt. Beim eigentlichen Bad gilt eine Faustregel: Die Badedauer sollte in etwa der Wassertemperatur entsprechen, also bei zehn Grad rund zehn Minuten. Voraussetzung ist jedoch eine gute gesundheitliche Verfassung. Für Menschen mit labilem Blutdruck sowie ernsthaften Herz-Kreislauf- oder Gefässproblemen ist Eisbaden tabu, da im schlimmsten Fall ein lebensgefährlicher Kälteschock drohen kann. Betroffene sollten sich daher vorab unbedingt ärztlich abklären lassen.

Das sind die fünf coolsten Kältespots der Schweiz

Eisbadi Arosa, Untersee (GR)

Die Eisbadi Arosa ist eine der wenigen fix eingerichteten Eisbade-Anlagen der Schweiz. Gebadet wird direkt im Untersee, ergänzt durch Sauna und definierte Einstiegsstellen. Das Angebot richtet sich an erfahrene Eisbaderinnen und Eisbader ebenso wie an Neugierige, die sich unter kontrollierten Bedingungen an das kalte Wasser herantasten wollen.

eisbadi​.ch

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Eisbadi Arosa ©

Unterer Letten, Zürich

Einer der bekanntesten Winterbadeplätze der Schweiz. Auch in den kalten Monaten steigen hier regelmässig Menschen in die Limmat. Der Ort ist öffentlich, gut zugänglich und klar geregelt.

Vierwaldstättersee, Luzern (Ufschötti / Tribschen)

An mehreren Stellen rund um Luzern wird der Vierwaldstättersee im Winter fürs Kaltbaden genutzt. Besonders an der Ufschötti oder bei Tribschen sind Einstiege flach und gut überschaubar.

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Beat Brechbühl, Lucerne Tourism ©

Walensee, Weesen

Der Walensee bleibt im Winter meist eisfrei, das Wasser ist jedoch konstant sehr kalt. Es gibt keine Infrastruktur, keine markierten Einstiege und wenig Publikum.

Rhein, Basel (Kleinbasel / Kaserne)

Der Rhein wird auch im Winter von geübten Kaltwasserbaderinnen genutzt. Die Strömung ist deutlich spürbar, die Aufenthalte im Wasser entsprechend kurz.

Eisbaden Basel Cr Schweiz Tourismus
Schweiz Tourismus ©

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