teilen via

Man kann nicht nur von Luft, Liebe und Filmen leben. Zum Glück bietet Locarno etwas abseits von der Piazza Grande kulinarische Schätze, die nicht nur Filmschaffende begeistern.

Egal ob man mit dem Zug oder Auto anreist: Hat man mal die ewig lange Fahrt durch den Gotthardtunnel überstanden, begrüsst einen das Tessin mit einem meist strahlenden Himmel, mediterranem Flair und einem derart milden Klima, dass man sich schon im benachbarten Italien wähnt. Nicht umsonst lockt die italienische Schweiz pro Jahr rund drei Millionen Touristen an, die sich so gerne mal eine Verschnaufpause vom kälteren Wetter gönnen. 

Locarno Cr Ascona Locarno Tourism foto Alessio Pizzicannella
Ascona-Locarno Tourism, Alessio Pizzicannella ©

Etwa in Locarno, der Perle am Lago Maggiore und seit 1946 Austragungsort des legendären Film Festival Locarno. Dieses findet jeweils im August statt und verwandelt das kleine Tessiner Städtchen in eine Art wuselnden Bienenstock aus Produzenten, Regisseuren und Schauspielern, die dort ihre Filme präsentieren. Und das ist durchaus sehenswert, insbesondere für Filmliebhaberinnen und ‑liebhaber, aber auch für jene, die einen Blick auf ihren Lieblings-Promi erhaschen möchten. Denn an kaum einem Filmfestival geben sich A‑Lister entspannter als in Locarno. 

Sich durch die città vecchia schmausen

Wer nun aber eine Glamour-Pause braucht, kann sich auch abseits des Filmfestivals in Locarno ganz wunderbar unterhalten. Zum Beispiel beim Essen. Das geht am besten in der città vecchia, genauer an der Via Cittadella. Hier befindet sich ein zauberhaftes Traditionslokal, das Ristorante Cittadella, das die wohl beste Hummer-Pasta der ganzen Stadt anbietet und eine nicht minder fabelhafte Panna Cotta.

Wer sich nach dem Essen in der Altstadt verlaufen hat, macht nichts. Die città vecchia von Locarno ist winzig, weshalb jeder über kurz oder lang auf der Piazza Sant’Antonio landet, in deren Zentrum man ein Denkmal des Barons Marcacci und die dem heiligen Abt Antonius gewidmete Kirche vorfindet. Aber auch die Pasticceria Marnin, die weit über die Stadtgrenze für ihre Panettone bekannt ist. Auch einen kulinarischen Abstecher wert ist die Osteria Pozzo, die mit Tessiner Spezialitäten lockt und mit Tischen vor der Türe, wo man am Abend auf Einheimische bei einem Glas Wein trifft.

Sehen und gesehen werden in Locarno

Apropos Wein, während des Film Festivals ist auch Party angesagt. Bis Anfang der Nullerjahre galt das Grand Hotel als Ausgangs-Destination, wo Gäste, Filmschaffende und Journalisten in der Lobby unter einem gigantischen, 800 Kilo schweren Murano-Kronleuchter bis in die frühen Morgenstunden an ihren Drinks nuckelten. Leider steht das geschichtsträchtige Haus aus der Belle Époque, das schon Filmlegende Marlene Dietrich beherbergt hat, seit 2005 leer, soll aber 2027 als Teil der Marriott Luxury Collection als 5‑Sterne-Hotel wiedereröffnet werden. Wer also Lust auf mehr als eine tolle Selfie-Kulisse hat, der begebe sich ins Bistro Teatro Paravento. Dieses ist mit seinem terrassierten Garten ein charmanter Ersatz für das Grand Hotel und der Treffpunkt für ein buntes Publikum während des Festivals.

Der Morgen danach

Ob verkatert oder nicht, sich am Vormittag unter die Locarnesi mischen, die ihren ersten Espresso oder Cappuccino trinken, ist ein Must. Das geht wunderbar in der schicken Bar Tesoro, wo man sich fast schon einheimisch fühlen und dem Alltagstreiben zusehen kann. Absolut top: der beste Zopf von Locarno. 

Danach sollte man unbedingt ins Maggiatal fahren: Es gibt kein besseres Heilmittel gegen eine durchtanzte Nacht als unterhalb der Ponte Brolla ins kühle Nass zu springen, wo sich die Flüsse Melezza und Maggia vereinen und das breite Flussbecken genug Platz zum Sonnenbaden bietet. Der anschliessende Besuch im nahe gelegenen Grotto America ist Pflicht. Denn in diesem 400-jährigen Grotto pflegten sich die Ticinesi ein letztes Mal zu stärken, bevor sie via Genua ins ferne Amerika auswanderten. 


Nichts mehr verpassen – wir halten Sie auf dem Laufenden!

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.