Seit 30 Jahren bringt das Guinness Irish Festival ein Stück Irland ins Wallis. Vom 6. bis 8. August 2026 feiert es in Sion seine 30. Ausgabe und lädt dazu ein, in die Welt der keltischen Musik einzutauchen.
Drei Tage lang scheint das Wallis ein wenig näher an Irland zu liegen. Fiddles, Tin Whistles und Dudelsäcke erfüllen das Festgelände Domaine des Îles in Sion, Guinness wird gezapft, vor den Bühnen wird getanzt und gelacht. Was einst als Begeisterung für die keltische Musik entstand, hat sich zu einem der bedeutendsten Festivals seiner Art auf dem europäischen Festland entwickelt. «Wenn man liebt, zählt man nicht», sagt ein französisches Sprichwort. Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis des Guinness Irish Festivals: Wer etwas mit Leidenschaft tut, zählt keine Jahre. Denn Leidenschaft bedeutet auch, weite Wege auf sich zu nehmen – sei es, um langjährige Weggefährten erneut zum Festival zu holen oder vielversprechende Talente zu präsentieren. Dieses Gleichgewicht zwischen Tradition und Entdeckungen prägt diesen mittlerweile legendären Event seit seinen Anfängen.
Zwölf Bands, sechs Nationen
«Go wild Folks» ist auf den diesjährigen orange-grünen Festivalplakaten zu lesen. Das Motto passt zur Jubiläumsausgabe, deren Programm einmal mehr die Begeisterung für die keltische Musik widerspiegelt. An drei Abenden stehen insgesamt zwölf Bands aus sechs Nationen auf der Bühne. Das Festival bleibt dabei seinem Erfolgsrezept treu: Es vereint internationale Grössen der Szene mit jungen Formationen, die der keltischen Musik frische Perspektiven eröffnen. Den Auftakt machen am Donnerstag die schottischen Formationen Trip und Cala, bevor die renommierte Michael McGoldrick Big Band das Publikum mit virtuoser Irish Folk Music begeistert. Zum Abschluss des ersten Festivalabends zeigen Ross Miller und seine Band, wie überraschend modern Dudelsackmusik klingen kann – ganz in der Tradition der Red Hot Chilli Pipers.
Am Freitag wird die Mischung noch eine Spur explosiver. Die musikalische Reise führt quer durch die keltische Welt Europas. Zuerst bringt die irische Band CUAS die typische Stimmung der Smaragdinsel ins Wallis. Danach geht’s weiter nach Italien mit dem progressiven keltischen Rock von Fragment. Ebenfalls mit Spannung erwartet wird die Rückkehr von Skerryvore, die mit ihrer einzigartigen Fusion aus Folk, Rock, Trad und Pop die Bühne zum Beben bringen. Den krönenden Schluss des Abends setzt Sir Reg mit einer energiegeladenen Mischung aus Punk, Rock und irischen Folk-Einflüssen. Auch der Samstag bleibt der Tradition des Festivals treu und räumt Schweizer Künstlerinnen und Künstlern einen festen Platz ein. Kerry The Dog aus Schaffhausen eröffnet den Reigen, bevor die musikalische Reise nach Nordamerika führt. Die Familie LeBlanc aus New Brunswick und die Formation Le Vent du Nord aus Québec zeigen eindrucksvoll, wie lebendig die keltische Musik weit über Europa hinaus geblieben ist. Den musikalischen Schlusspunkt setzen die sechs Italiener von The Beggars mit ihrem energiegeladenen Mix aus Punk und Rock.
Gerade das Zusammenspiel unterschiedlicher Einflüsse macht das Guinness Irish Festival seit 30 Jahren zu etwas Besonderem. Hier begegnen sich etablierte Namen und spannende Entdeckungen, Musikerinnen und Musiker sowie Publikum. Es bewahrt seine Wurzeln und bleibt dennoch offen für Neues. Vieles hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten verändert. Geblieben ist die Idee, Menschen durch Musik zusammenzubringen. Wer das Festivalgelände nach drei Tagen verlässt, hat zwar das Wallis nie wirklich verlassen – und doch fühlt es sich an, als hätte man für ein paar Stunden irische Luft geschnuppert.
6. bis 8. August 2026
Guinness Irish Festival 2026
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