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An einem Sonntag im Juli des Jahres 1911 öffnete das Grand Café Odeon in Zürich zum ersten Mal seine Türen. Im Stil des klassischen Wiener Kaffeehauses wurde hinter grossen Fenstern, zwischen Kronleuchtern, Messingverkleidungen und rötlichen Marmorwänden Champagner im Offenausschank serviert, Schach gespielt, bei einer Tasse Kaffee Zeitung gelesen und über Gott und die Welt sinniert. Über Jahrzehnte hinweg war das Odeon Treffpunkt für Künstler und Denker wie Stefan Zweig, ­Albert Einstein, Franz Léhar, Friedrich Dürrenmatt oder Carl Seelig. In den 1970er-Jahren wurde das Café durch Randalierer in Mitleidenschaft gezogen, musste renoviert und verkleinert werden. Über 100 Jahre nach seiner Eröffnung hat das Odeon jedoch trotzdem nichts von seinem Charme eingebüsst. Ein nostalgisch stimmendes Kleinod im Herzen der Stadt, das dazu einlädt, bei einem «Züri Zmorge» oder einem «Odeon Plättli» der Hektik des Alltags für ein, zwei Stunden zu entfliehen.

odeon​.ch