Vom 7. bis 15. März 2026 wird Luzern erneut zur Bühne der internationalen Comic- und Zeichenkultur. Das Fumetto Comic Festival gehört zu den renommiertesten Comic-Events Europas.
Endlich ist es wieder so weit. Die Zentralschweiz verwandelt sich erneut in eine Comic-Hochburg. Bereits zum 34. Mal lädt das Fumetto Comic Festival dazu ein, in Welten einzutauchen, in denen Geschichten von heiter bis düster, von absurd bis bitterböse erzählt werden – in Sprechblasen, Lautmalereien und mit viel Liebe zum Detail gezeichnet. In zahlreichen Ausstellungen lassen sich die Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler bestaunen, viele von ihnen sind persönlich vor Ort. Die gezeigten Arbeiten bewegen sich zwischen Höhenflügen und Abgründen, sie eröffnen kritische Blicke und neue Perspektiven, erzählen von geheimnisvollen Wendungen, berührenden Beziehungen und familiären Verflechtungen. Dabei zeigen sie eindrucksvoll, wie vielfältig Comic heute ist. Das Festival präsentiert neun grosse Hauptausstellungen sowie rund 50 Satelliten-Ausstellungen an verschiedenen Orten in Luzern und Umgebung. Ergänzt wird das Programm durch Fumettino, einen eigenen Bereich für junge Comic-Fans. Mit altersgerechten Arbeiten, interaktiven Bildwelten und künstlerischen Experimenten richtet sich Fumettino speziell an Kinder und Familien.
Einige Hauptausstellungen:
«PEAK» – internationaler Wettbewerb
Rund um das diesjährige Wettbewerbsthema PEAK sind bei den Organisatoren beeindruckende 1’647 Einsendungen aus 61 Ländern eingegangen. Die eingereichten Arbeiten nähern sich dem Begriff auf vielfältige Weise. Sie erzählen von Steinböcken und Adlern, von Bergsteiger- und Beziehungsdramen, von Skiunfällen ebenso wie vom Erklimmen der Karriereleiter bis hin zu Geschichten über Aus- und Weitsicht. Neben einer digitalen Präsentation aller Einsendungen ist die Shortlist mit den 45 besten Arbeiten aus drei Alterskategorien im Original zu bewundern. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden im Rahmen der Festivaleröffnung am 7. März 2026 bekannt gegeben.
«Saloon – Das ist Familiensache»
In dieser Ausstellung verdichtet sich ein Familienfest zum explosiven Kammerspiel. Die Grossmutter lädt zur Familienfeier ein, die Tochter kehrt in die Enge des Kinderzimmers zurück, die Söhne und ihre Partnerinnen bringen unausgesprochene Konflikte mit, während die Enkelkinder derweil lieber woanders wären. Zwischen passiver Aggression, eskalierenden Triggerpunkten und offenem Streit stellt sich eine ebenso absurde wie zentrale Frage: Was macht eigentlich die Kassiererin des lokalen Supermarkts hier? Die Comic-Zeichnerin und Illustratorin Mia Oberländer erzählt in einem furios-dadaistischen Showdown von Dynamiken, die in jeder Familie vorkommen. Oder?
«Fantastische Fürze»
Man kann ihn hören, riechen, manchmal fühlen – gesehen hat ihn jedoch noch niemand. Genau diese Unsichtbarkeit macht den Furz zur perfekten Projektionsfläche für Fantasie und Erfindungsgeist. Könnte sein Ton als Instrument dienen? Sein Duft als Parfum? Sein Blubbern als Kohlensäurequelle? Die in Luzern aufgewachsene Céleste Meylan lädt Jung und Alt dazu ein, diesen visionären Ideen nachzugehen. Die Ausstellung bewegt sich humorvoll zwischen kindlicher Neugier, spielerischer Wissenschaft und kreativer Grenzüberschreitung, und regt dabei nicht nur die Fantasie, sondern auch den einen oder anderen Darm zu neuen Kreationen an.
«Nächste Station: Notbremse!»
Eintritt eine wunderliche Bahnhofswelt: Ein verlässlicher Fahrplan führt durch die grossen Themen unserer Zeit. Auf der Reise durch die Comic-Landschaft begegnen die Besuchenden nicht nur pointierter Unterhaltung, sondern auch den Abgründen der Gegenwart. Immer wieder stellt sich die Frage: Weiterfahren – oder die Notbremse ziehen? Aus fünf Jahren und zehn Ausgaben präsentiert das Luzerner Comic-Magazin «Notbremse» eine Auswahl konfrontativer, witziger und überraschender Geschichten, die zum Innehalten und Nachdenken anregen.
«The Heist»
Für die Dauer des Festivals zieht die französisch-algerische Illustratorin und Comic-Zeichnerin Melek Zertal von Paris nach Luzern. In einem temporären Atelier im Hotel Schweizerhof Luzern entstehen täglich live neue Zeichnungen. Mit klarem Strich und charakteristischen, ausgewaschenen Pastelltönen entfaltet sich in ruhigem, kontemplativem Tempo eine atmosphärische Erzählung über eine geheimnisvolle Diebin über den Dächern der Stadt. Eine Geschichte, die sich Bild für Bild vor den Augen des Publikums entwickelt.
Zur Geschichte der Comics
Die Geschichte der Comics ist eng mit der Entwicklung moderner Bild- und Erzählkulturen verbunden. Bereits im 19. Jahrhundert entstanden Bildgeschichten, in denen Text und Illustration kombiniert wurden. Zunächst als satirische oder moralische Erzählungen in Zeitungen und Magazinen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelten sich Comics insbesondere in Form von Zeitungsstrips weiter. Wiederkehrende Figuren, klare Bildabfolgen und pointierte Dialoge machten sie schnell populär. In den USA entstanden daraus später Comic-Hefte und Serien, die das Medium weiter prägten. Parallel dazu entwickelten sich in Europa und Japan eigene Comic-Traditionen mit unterschiedlichen Stilen, Themen und Erzählweisen.
Lange Zeit galten Comics vor allem als Unterhaltung, doch ab den 1970-er Jahren setzte eine grundlegende Neubewertung ein. Künstlerinnen und Künstler nutzten sie zunehmend für persönliche, politische und gesellschaftliche Inhalte. Die Graphic Novel spielte dabei eine entscheidende Rolle und trug wesentlich dazu bei, Comics als ernstzunehmende Kunst- und Literaturform zu etablieren.
Heute sind Comics ein internationales Medium mit unzähligen Ausdrucksformen. Von humorvollen Kurzgeschichten über experimentelle Bildkunst bis hin zu komplexen, literarischen Erzählungen. Festivals wie das Fumetto Comic-Festival machen diese Vielfalt sichtbar und zeigen, wie lebendig, wandelbar und zeitgenössisch die Kunstform Comic ist.
Wann: 7. bis 15. März 2026
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