Mit «Steve McCurry – ICONS» zeigt das Neue Kunstmuseum Tübingen einen konzentrierten Blick auf fast fünf Jahrzehnte Fotografie. Im Zentrum stehen Bilder, die längst Teil unseres visuellen Gedächtnisses geworden sind – und die Menschen hinter ihnen.
Manche Fotografien kennt man, bevor man den Namen ihres Urhebers kennt. Steve McCurrys Porträt des afghanischen Mädchens mit den grünen Augen gehört dazu. 1985 auf dem Cover von National Geographic veröffentlicht, wurde die Aufnahme zu einem der bekanntesten Bilder der Fotografiegeschichte. Doch McCurrys Werk reicht weit über dieses eine Motiv hinaus.
Die Ausstellung «Steve McCurry – ICONS» im Neuen Kunstmuseum Tübingen versammelt nun einige der prägendsten Aufnahmen aus beinahe fünf Jahrzehnten. Sie führt von den Strassen Indiens bis nach Afghanistan, von stillen Alltagsszenen zu Schauplätzen politischer und gesellschaftlicher Umbrüche. Immer wieder richtet McCurry seine Kamera dabei auf Menschen: ihre Gesichter, Gesten und jene kurzen Augenblicke, in denen eine persönliche Geschichte sichtbar wird. Charakteristisch ist seine intensive Farbigkeit, doch die Wirkung der Bilder entsteht nicht allein durch ihre Ästhetik. McCurrys Fotografien bewegen sich zwischen Dokumentation und unmittelbarer Nähe. Gerade weil viele seiner Motive in Regionen entstanden, die man vor allem aus Nachrichten über Konflikte und Krisen kennt, verschieben sie den Blick vom Ereignis auf den einzelnen Menschen.
«ICONS» ist damit weniger eine klassische Retrospektive als eine Reise durch ein fotografisches Lebenswerk – und zugleich eine Erinnerung daran, welche Kraft ein einziges Bild entwickeln kann.
Steve McCurry – ICONS
Neues Kunstmuseum Tübingen
bis 4. Oktober 2026
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