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Frankfurt hat Grund zur Freude: Als erste deutsche Stadt wurde sie als World Design Capital 2026 auserkoren. Unter dem Motto «Design for Democracy» und mit aktiver Einbindung der Bürgerinnen und Bürger.

Frankfurt am Main, Mitte November: «Mainhattan» steht in den Startlöchern zum Programm-Marathon World Design Capital 2026. Allgemeine Ausrichtung: Yes, we care. Dimensionen richtig einordnen und innovative Lösungen wagen. All das ist typisch für die künftige Design-Hauptstadt der Welt. Oder präziser: für die Region FrankfurtRheinMain, die mit Jahresbeginn San Diego und Tijuana als World Design Capital ablöst, und die zu Recht von sich behauptet, eine Stadt im ewigen Wandel zu sein. Das kürzlich fertig gestellte Quartier FOUR, ein Konvolut aus vier Hochhäusern nach Entwürfen des renommierten niederländischen Architekten Ben van Berkel, wird soeben als das neue Herz der Stadt gefeiert. Einmal öfter wird das nahtlose Ineinandergreifen von Wohnen, Arbeit, Kultur und Konsum in den Mittelpunkt gestellt. Das hat in der WDC 26 Tradition.

WDC 2026 Credits Ben Kuhlmann 03
Ben Kuhlmann ©

Apropos Tradition: Dass die Bar des in einem der Quartier-FOUR-Hochhaustürme untergebrachten «Kimpton» «MAY» heisst und mit Bauhaus-Stil aufwartet, ist dann kein Zufall. Sondern eine Hommage an Ernst May, jenen Architekten, der mit seinem «Frankfurter Stil» vor hundert Jahren das damals avantgardistische Gesicht Frankfurts prägte. Chronisch überschattet von den Bauhaus-Coverstars Dessau und Weimar ist die Würdigung dieses Frankfurter Erbes mehr als überfällig. Auch daran nimmt die neue Word Design Hauptstadt Mass.

Schrittmacher mit Einbauküche

Das Timing der Fertigstellung des neuen Stadtzentrums passt – es knüpft an jene stadtplanerischen Überlegungen an, die als «Das Neue Frankfurt» Architektur- und Designgeschichte schrieben. 2025 feierte dieses Programm seinen 100. Geburtstag. 1925 startete die Stadt ein soziales Wohnungsbau- und Planungsprojekt, das innert fünf Jahren 12.000 komfortable, erschwingliche Wohnungen hervorbrachte: mit Balkon oder Dachterrasse, Zentralheizung, Bad, WC und der legendären Frankfurter Küche. Öffentliche Gebäude, Grünflächen und Industrieanlagen wie Elektrizitätswerk und Grossmarkthalle festigten Frankfurts Ruf als Grossstadt der Moderne.

Auch heute ist das Timing stimmig: Weltweit setzen Architekten auf Co-Living und verwandeln die Stadt ins Dorf. Der Blick auf den öffentlichen Raum hat sich gewandelt. Mit den künftigen Schauplätzen der WDC 26 und dem Motto «Design for Democracy. Atmospheres for a better life» wird klar: FrankfurtMainRhein ist auf Kurs. Social Design – von Eindhoven bis Mailand – prägt den aktuellen Designbegriff: Im Zentrum stehen weniger Objekte als Dienstleistungen, Räume und ihre visuellen Identitäten.

Menschlich gesehen

Als die Wiener Architektin Schütte-Lihotzky die Frankfurter Küche entwickelte, ging es vor allem um effizientere Hausarbeit und die Aufwertung der Rolle der Frau – ein frühes Leitfossil des Social Design. Die menschliche Perspektive, die die Lebensumstände von Otto und Ottilie Normalverbraucher in den Mittelpunkt stellt, prägt bis heute das Design der Stadt und ihrer Umgebung. Die meisten Wohnhäuser, Siedlungen und öffentlichen Gebäude des Neuen Frankfurt sind weiterhin in Funktion.

Herabschauender Fund: der Flughafen Frankfurt

Umsteigen, weiterfliegen, hinabblicken auf das im Hochnebel verschwindende Frankfurter Kreuz – auch das ist Frankfurt. Der Airport bleibt Deutschlands wichtigster Hub und Europas grösster Frachtflughafen. Geldströme pulsieren durch «Mainhattan», dessen einzige deutsche Skyline mit bis zu 300 Meter hohen Türmen die Rolle als Messeplatz, Bankenstadt und Verkehrsknotenpunkt markiert, als Ort der Zukunftsmärkte von IT, Finanzen und Pharmazie. Zugleich ist FrankfurtRheinMain ein Zentrum der Kreativwirtschaft: dichtes Netz aus Design- und Architekturbüros, Hochschulen, Agenturen, Museen, Theatern, Ateliers. Greater Frankfurt umfasst Städelschule, Goethe-Universität, Buchmesse, Daimler Design Center, Innovationscampus Offenbach, BDA, Braun Design und den Deutschen Design Club. Mehr denn je lautet das Zauberwort: Vernetzung.

Zukunftsweisende Events

Eine Werkstatt mit Schaufenster, ein Reallabor für zukunftsweisende Ideen – so beschreiben die Organisatoren die World Design Capital 2026. Ihr Ziel: die bedrängte Demokratie stärken, durch aktive Beteiligung. Als Design-Welthauptstadt setzt Frankfurt auf Partizipation; über 1.000 Vorschläge gingen 2024 im Open Call ein. Zugleich ist WDC FrankfurtMainRhein Einladung zu einer grossen Party vielfältiger Designschwerpunkte: Luminale, Young Talent Design Campus, Zukunftsfestival – Festival Hub ist das Museum Angewandte Kunst. Auch etablierte Veranstaltungen wie Museumsuferfest oder Maifestspiele profitieren.

WD Cgeneral WDC Werkstattwagen Foto Ben Kuhlmann
Ben Kuhlmann ©

Im Frühsommer 2026 wird die Region zur internationalen Bühne: Neun Tage lang trifft visionäres Design von hier auf Impulse aus aller Welt. Offene Ateliers und Begegnungen, zukunftsweisende Orte und ikonische Räume werden zu Schauplätzen urbaner Metamorphose. Besonders prägend: die zehntägige Open – Design Week FrankfurtRheinMain im Juni sowie der Month of Design im August. Herzstück dieses Monats sind die World Design Street Festivals, die an drei Wochenenden urbane Quartiere in lebendige Kreativräume verwandeln.


Auf dem Laufenden bleiben

Das Programm der World Design Capital 2026 entwickelt sich stetig weiter. Aktueller Planungsstand unter: wdc2026​.org


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