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Bevor die Kunstwelt nach Basel blickt, feiert das Zurich Art Weekend die lebendige Szene vor der Haustür – mit einem dichten Programm aus Performances und urbanen Entdeckungen.

Es ist eine klug gewählte Chronologie im Schweizer Kulturkalender: Exakt am Wochenende vor den VIP-Preview-Tagen der Art Basel verwandelt sich Zürich in das intime, hochkarätige Vorprogramm für die internationale Kunstwelt. Vom 12. bis 14. Juni 2026 lädt das Zurich Art Weekend zu seiner mittlerweile neunten Edition. Was einst als lokaler Galerienrundgang begann, hat sich längst zu einer festen, international beachteten Institution etabliert, die Sammler und Kunstbegeisterte bereits ein paar Tage früher in die Schweiz zieht. Das Konzept setzt bewusst auf Nahbarkeit und die Stärke des Standorts. Über 70 Orte in der gesamten Stadt – von den grossen Institutionen im Löwenbräukunst-Areal und dem Kunsthaus Zürich über renommierte Privatgalerien bis hin zu unkonventionellen Off-Spaces – verbinden sich an diesen drei Tagen zu einem engmaschigen Parcours. Mit mehr als 75 Ausstellungen und rund 150 Begleitveranstaltungen, darunter persönliche Atelierbesuche, geführte Art Walks und Podiumsdiskussionen, zeigt Zürich eine Dichte, die jenseits des reinen Messe-Kaufrausches funktioniert.

Der Fokus auf den Moment: Performance und Diskurs

Während Basel den Fokus in diesem Jahr spürbar auf das physische, bleibende Werk lenkt, nützt Zürich die Tage für das Vergängliche und Prozesshafte. Das Programm ist so stark von Live-Formaten und interdisziplinären Kooperationen geprägt wie selten zuvor. Ein besonderer Höhepunkt erwartet Besucherinnen und Besucher im öffentlichen Raum: Das Kollektiv We Are AIA (Awareness in Art) lädt zur Vernissage des Projekts «River Landscapes», das durch eine eigens dafür konzipierte Performance des Schweizer Büchner-Preisträgers Kim de l’Horizon begleitet wird. Es sind genau diese flüchtigen Momente und literarisch-künstlerischen Grenzgänge, die den Charakter des Wochenendes prägen. Auch die traditionsreichen Kulturinstitutionen der Stadt öffnen sich für das Wochenende: Das Schauspielhaus Zürich zeigt Marie Schleefs vieldiskutierte Inszenierung «Are You Ready to Die?», während das geschichtsträchtige Cabaret Voltaire im Niederdorf zur Bühne für eine neue Performance-Arbeit der Künstlerin Lily McMenamy wird.

Das Lokale im globalen Kontext

Der Reiz des Zurich Art Weekend liegt in seinem unaufgeregten Selbstbewusstsein. Es versteht sich nicht als Konkurrenz zum grossen Nachbarn am Rhein, sondern als dessen logische, tiefgründige Ergänzung. Während am Freitagabend die Late Night die Galerien und Projekträume bis in die späten Abendstunden belebt, wird spürbar, worum es hier geht: Um den direkten Dialog mit den Kunstschaffenden, das Entdecken junger, noch unbekannter Talente und das Feiern einer vitalen, lokalen Szene, bevor die weltweite Aufmerksamkeit vollends auf die monumentalen Hallen der Messe Basel umschwenkt.

zurichartweekend​.com


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