2026 zeigt sich die Schweizer Museumslandschaft auffallend vielfältig. Nach Jahren, in denen oft einzelne Grossausstellungen im Mittelpunkt standen, verschiebt sich der Fokus.
Viele Häuser setzen 2026 weniger auf den einen grossen Blockbuster, sondern mehr auf mehrere starke Ausstellungen mit klaren Themen. Das Ergebnis ist ein Programm, das sich nicht nur an ein Fachpublikum richtet, sondern auch an Besucherinnen und Besucher, die Lust haben, Neues zu entdecken.
Basel: von Cézanne bis zur Gegenwart
In der Fondation Beyeler beginnt das Jahr mit Paul Cézanne (ab 25. Januar). Seine Bilder wirken überraschend modern: Landschaften und Stillleben sind weniger Abbild als Konstruktion aus Farbe und Form. Im Mai folgt mit Pierre Huyghe eine Ausstellung, die Kunst als Prozess versteht – mit Installationen, die sich verändern und oft Natur und Technologie einbeziehen. Den Abschluss bildet Ruth Asawa, deren feine Drahtskulpturen im Raum schweben und zeigen, wie leicht Skulptur wirken kann.
Das Kunstmuseum Basel setzt bewusst Kontraste. Helen Frankenthaler zeigt, wie Farbe fliessen kann – grosszügig, sinnlich und offen. Im Haus für Gegenwart bringt Cao Fei digitale Welten ins Museum und erzählt von Arbeit, Urbanisierung und virtuellen Identitäten. Ergänzt wird das Programm durch eine Ausstellung zur Sammlerin Gertrud Dübi-Müller, die Kunstgeschichte über persönliche Beziehungen und Geschichten erfahrbar macht.
Zürich: Kunst im Dialog
Das Kunsthaus Zürich lädt 2026 mehrfach zum Perspektivenwechsel ein. Kerry James Marshall stellt die Frage, wer in der westlichen Kunstgeschichte sichtbar ist – und wer lange fehlte. Marisol bringt Humor und Pop-Art mit Tiefgang, während Vilhelm Hammershøi im Sommer einen ruhigen Gegenpol bietet: stille Räume, gedämpftes Licht, Konzentration. Im Herbst treffen Maria Lassnig und Edvard Munch aufeinander – zwei Künstler, die innere Zustände radikal in Malerei übersetzten.
Romandie: Kunst in Bewegung
In Lausanne rückt im MCBA die Künstlerin Otobong Nkanga in den Fokus. Ihre Arbeiten mit Textilien, Mineralien und Pflanzen beschäftigen sich mit Ressourcen, Herkunft und globalen Verflechtungen. Das Photo Elysée zeigt mit Luc Delahaye, wie Fotografie zwischen Dokumentation und Inszenierung pendeln kann.
Genf geht 2026 eigene Wege: Weil das MAMCO renoviert wird, verlagert es Ausstellungen in den Stadtraum. Kunst taucht an unerwarteten Orten auf und wird Teil des Alltags – ein Ansatz, der neue Besuchergruppen erreicht.
Abseits der Zentren
Auch ausserhalb der grossen Städte lohnt sich der Blick. In Davos werden Kirchner und Picasso einander gegenübergestellt, in St. Gallen bringt Delcy Morelos Erde, Geruch und Material direkt ins Museum. In Lugano verbindet das MASI zeitgenössische Videoarbeiten aus Korea mit einer grossen Retrospektive des Futuristen Umberto Boccioni.
Kunstjahr 2026 in der Schweiz – Ausstellungen im Überblick
Basel & Region
- Cézanne
25. Januar – 25. Mai 2026 - Pierre Huyghe
24. Mai – 13. September 2026 - Ruth Asawa
18. Oktober 2026-10. Januar 2027
- Helen Frankenthaler
18. April – 23. August 2026 - Cao Fei
Testimonies to the Near Future
30. Mai – 11. Oktober 2026 - Van Gogh, Hodler und ein Cabriolet
Die Sammlerin und Pionierin Gertrud Dübi-Müller
19. September 2026 – 7. Februar 2027
- Angelica Mesiti. Reverb
18. März – 30. August 2026 - Zilla Leutenegger. ZWISCH ENRAUM/HINDU RCHZUSCHAUN
23. September 2026 – 7. März 2027
Zürich
- Kerry James Marshall
The Histories
27. Februar – 16. August 2026 - Félicien Rops
Laboratorium der Lüste
6. März – 31. Mai 2026 - Marisol
17. April – 23. August 2026 - Vilhelm Hammershøi
Maler des stillen Klangs
3. Juli – 25. Oktober 2026 - Maria Lassnig und Edvard Munch
Malfluss = Lebensfluss
2. Oktober 2026 – 21. Februar 2027
- Mongolei
Eine Reise durch die Zeit
bis 22. Februar 2026 - Japan de luxe
Die Kunst der Surimono-Drucke
bis 12. Juli 2026
- Gib acht! Plakative Appelle
bis 8. Februar 2026
Events
- Art International Zurich
8. – 10. Mai 2026 - Zurich Art Weekend
12. – 14. Juni 2026
Romandie
Lausanne – Plateforme 10
MCBA
- Vallotton Forever. Die Retrospektive
bis 15. Februar 2026 - Marina Xenofontos. Play Life
6. Februar – 2. August 2026 - Otobong Nkanga. I dreamt of you in colours
3. April – 23. August 2026 - Lucas Erin.
Manor Kunstpreis Waadt 2026
28. August 2026 – 14. Februar 2027 - Ted Joans. Black Flower
9. Oktober 2026 – 28. Februar 2027
- Gen Z
Ein neuer Blick
bis 1. Februar 2026 - Luc Delahaye
Der Widerhall der Welt
6. März – 31. Mai 2026
- Laure Pigeon
infiniment bleu
bis 1. Februar 2026 - Art Brut en Suisse
Des origines de la collection à aujourd’hui
28. Februar – 27. September 2026
Genf (verschiedene Orte)
- Dial-A-Poem Switzerland
28. März – 10. Mai 2026 - Quickkopy Conceptualism. Bay Area Dada to Bay Area Punk
13. Mai – 21. Juni 2026 - Biennale de l’Image en Mouvement (BIM)
14. Oktober – 15. November 2026
Bern & Mittelland
- Kirchner × Kirchner
bis 11. Januar 2026 - Panorama Schweiz. Von Caspar Wolf bis Ferdinand Hodler
bis 5. Juli 2026 - Stiftung Expressionismus. Von Gabriele Münter bis Sam Francis
bis 5. Juli 2026
- Anni Albers. Constructing Textiles
bis 22. Februar 2026 - Fokus. Klees Rückseiten
9. Mai – 23. August 2026 - Fokus. Florence Henri (1893 – 1982)
29. August 2026-10. Januar 2027
- Sammlung 26
Kunst aus der Schweiz
24. Januar – 5. Juli 2026 - Mehr Licht
Video in der Kunst
31. Januar – 25. Mai 2026 - Mario Sala
Sammlung im Fokus
31. Januar – 21. Juni 2026 - Shamiran Istifan
Manor Kunstpreis 2026
12. Juni – 6. September 2026
Ostschweiz & Tessin
- Kirchner. Picasso
15. Februar – 3. Mai 2026
- Delcy Morelos
21. März – 12. Juli 2026 - Urs Frei
25. April – 13. September 2026 - Manosphere. Masculinity Today
3. Oktober 2026 – 28. Februar 2027
- K‑NOW! Korean Video Art Today
8. März – 19. Juli 2026 - Umberto Boccioni
7. August 2026 – 24. Januar 2027
Winterthur
- Paul Mpagi Sepuya – Im Blick des Begehrens (Fotomuseum Winterthur)
28. Februar – 14. Juni 2026 - Andri Pol – Poliversum (Fotostiftung Schweiz)
27. Juni – 6. Dezember 2026
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