Leder- und Seidenaccessoires aus Zürich, gefertigt in Italien, dazu ein gesellschaftliches Anliegen: Tanja Bernold hat ZAHA in den vergangenen zehn Jahren zu einer Marke entwickelt, die Mode und Haltung verbindet.
Ein Gespräch über Sichtbarkeit, Stil und Selbstbestimmung.
Tanja, wir kennen uns aus dem Lifestyle-Journalismus, ZAHA ist mir längst über andere Medien begegnet – und trotzdem habe ich das Gefühl, das Label erst jetzt richtig zu sehen. Was hat sich verändert, in Ihnen und in der Marke?
Die Marke ist näher an mich als Frau und Künstlerin herangerückt. Mit dem Umzug meines Studios nach Zürich und den 2025 lancierten Silk Squares wurde auch mein feministisches Engagement sichtbarer. Was mich lange begleitet hat, findet heute stärker Ausdruck in der Marke.
Woher stammt der Name ZAHA?
Von der Architektin Zaha Hadid. Ihre Rolle als Pionierin in einer männerdominierten Disziplin und ihre unverwechselbare Formensprache haben mich nachhaltig geprägt.
Sie haben Journalismus studiert, für verschiedene Medien geschrieben und sich später selbstständig gemacht. Warum?
Die Selbstständigkeit war für mich der logische Schritt. Ich wollte eigene Ideen umsetzen und unabhängig arbeiten. Aus einer Boutique mit kulturellem Rahmenprogramm entwickelte sich schliesslich die Leidenschaft für eigene Produkte.
Warum faszinieren Sie ausgerechnet Carrés und Gürtel?
Accessoires verändern einen Look mit wenigen Handgriffen. Mich interessieren ihre gestalterische Kraft und die Möglichkeit, Persönlichkeit sichtbar zu machen.
Sie nennen das Silk Square ein «emanzipiertes Understatement». Was bedeutet das?
Frauen stehen im Zentrum meiner Entwürfe. Ihre Bildnisse werden auf der Seide sichtbar, verschwinden beim Tragen jedoch oft hinter Farben und Formen. So entsteht ein subtiler Zugang zu Themen wie Selbstbestimmung und Sichtbarkeit. Mit jedem verkauften Silk Square unterstütze ich zudem eine feministische Organisation. 2027 ist das die Frauenzentrale Zürich, die sich für mehr Aufmerksamkeit gegenüber dem Gender Data Gap in der Medizin einsetzt.
Das Seidencarré gilt als klassisch-bürgerliches Objekt. Ist das ein Widerspruch?
Nein. Mode transportiert Botschaften. Mich interessiert gerade die Spannung zwischen Tradition und zeitgenössischen Perspektiven. Daraus entsteht etwas Neues.
Wie entstehen Ihre Motive?
Aus Beobachtungen, Büchern oder der Auseinandersetzung mit Künstlerinnen. Oft beginnt ein Entwurf mit einer Idee, die sich im kreativen Prozess weiterentwickelt.
Feminismus und Mode polarisieren. Wie gehen Sie damit um?
Mein Engagement ist keine Strategie, sondern Teil meiner Haltung. Diese Themen beschäftigen mich – also finden sie auch ihren Weg in meine Arbeit.
Welche Wirkung wünschen Sie sich für Ihre Designs?
Ich hoffe, dass sie Menschen zum spielerischen Umgang mit Mode inspirieren und ihnen gleichzeitig Raum für eigene Interpretationen lassen.
Wo sehen Sie ZAHA in drei Jahren?
Internationaler, sichtbarer und mit Persönlichkeiten, die die Werte und die Ästhetik der Marke glaubwürdig vertreten.
Ihr Rat an junge Designerinnen und Designer?
Vernetzen Sie sich. Gute Ideen entstehen selten allein.
Nichts mehr verpassen – wir halten Sie auf dem Laufenden!
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.
Lifestyle — August 2026
Bell & Ross: unter fremden Sternen
BR-05 Blue Diamond Eagle 36 mm
Lifestyle — August 2026
Geneva Watch Days: Das andere Genfer Uhrenformat
Lifestyle — August 2026
Warum Resortwear heute weit mehr ist als Feriengarderobe
One & Only Resorts x Sease
Lifestyle — August 2026
Swatch: Bring Me to the Moon
MISSION TO THE MOON 1969
Lifestyle — August 2026
Poliform: mehr als Möbel
Lifestyle — Juni 2026
Outdoor-Trends 2026: vier Marken, vier Ideen
Highlights der Milan Design Week