34 Jahre ist es her, seit Dwight Yoakam zum ersten Mal auf der Bühne der Country Night Gstaad stand. Nun kehrt einer der prägendsten Vertreter der amerikanischen Country-Musik in den noblen Ferienort zurück.
Als er 1992 erstmals in Gstaad auftrat, sah die Country Night noch etwas anders aus. Das Festival war erst wenige Jahre alt, gespielt wurde im Zelt beim Eggli – und Dwight Yoakam befand sich mitten in jener Phase seiner Karriere, in der er mit Cowboyhut, hautengen Jeans und unverkennbarem Twang zu einem der eigenwilligsten Stars der amerikanischen Country-Szene avancierte. 34 Jahre später schliesst sich der Kreis. Am 11. und 12. September 2026 kehrt der in Kentucky aufgewachsene Yoakam nach Gstaad zurück und übernimmt die Rolle des Headliners. Dass die Organisatoren den mittlerweile zweifachen Grammy-Gewinner für die 37. Ausgabe verpflichten konnten, ist dabei mehr als ein nostalgischer Blick zurück. Denn Yoakam gehört zu jenen Musikern, die dem Country ihren ganz eigenen Stempel aufgedrückt haben. Als er Mitte der 1980er-Jahre seinen Durchbruch feierte, dominierte in Nashville ein zunehmend glatt produzierter Sound. Yoakam orientierte sich dagegen am raueren Bakersfield Sound, der Jahrzehnte zuvor in Kalifornien als Gegenentwurf zum Nashville-Mainstream entstanden war. Honky-Tonk, Rockabilly und eine gehörige Portion Rock ‘n’ Roll wurden zu seinem Markenzeichen. Songs wie Guitars, Cadillacs, Little Ways oder Fast as You machten ihn weit über die klassische Country-Szene hinaus bekannt.
Zwei Generationen, eine Leidenschaft
Wie lebendig die Rückbesinnung auf die Tradition derzeit ist, zeigt auch Drake Milligan. Der Texaner verbindet klassischen Country mit jener selbstbewussten Bühnenpräsenz, die schon den frühen Rock ‘n’ Roll auszeichnete. Als musikalische Vorbilder nennt er George Strait ebenso wie Elvis Presley – und mit Letzterem verbindet ihn mehr als nur die Musik: Noch bevor Milligan als Country-Sänger bekannt wurde, verkörperte er den jungen Elvis in der amerikanischen Fernsehserie Sun Records sowie im Film Nobody. Inzwischen steht der 28-Jährige längst für sich selbst. Mit seinem Debütalbum Dallas/Fort Worth gelang ihm 2022 der internationale Durchbruch.
Zurück zu den Wurzeln
Noch tiefer in die musikalische Geschichte der USA führt Appalachian Roadshow. Das Akustikensemble widmet sich dem reichen musikalischen Erbe der Appalachen – jener Bergregion im Osten der Vereinigten Staaten, in der sich über Generationen europäische, afroamerikanische und amerikanische Musiktraditionen miteinander verbanden. Aus diesem kulturellen Schmelztiegel entwickelten sich Folk, Old-Time Music und Bluegrass und damit einige der wichtigsten Wurzeln dessen, was später zur Country-Musik wurde. Das Ensemble versteht diese Tradition allerdings nicht als Museumsstück. Die Musiker greifen historische Songs auf, interpretieren sie neu und verbinden sie mit eigenen Kompositionen. So wird aus der Reise in die Vergangenheit eine Musik, die auch in der Gegenwart ihren Platz behauptet. Eine Verbindung zwischen der Schweiz und den USA schlägt schliesslich Amber Rae. Als Tochter einer Amerikanerin und eines Schweizers begleitet Country-Musik die Winterthurerin seit ihrer Kindheit. Was mit ersten eigenen Songs im Alter von zwölf Jahren begann, führte 2024 zu ihrem Debütalbum Cowgirl Goodbye. In Gstaad steht sie nun erstmals auf der Bühne der Country Night und ergänzt das Programm mit modernem Country-Pop.
Country mit Geschichte
Vier Acts, vier unterschiedliche Zugänge – und ein Festival, das selbst auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Seit 1989 bringt die Country Night internationale Grössen und Nashville-Atmosphäre nach Gstaad. Wenn die Legende Dwight Yoakam im September erneut die Bühne des Chaletdorfs betritt, liegen zwischen seinen beiden Auftritten mehr als drei Jahrzehnte. Der Twang dürfte trotzdem unverkennbar geblieben sein.
11. und 12. September 2026
Country Night Gstaad
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