In Zürich trifft jahrhundealtes Brauchtum auf moderne Festival-Vibes – inklusive explosiver Sommerprognose.
Alle Jahre wieder und mit gewohnt explosivem Paukenschlag. Im April pilgern Tausende Einheimische und Besuchende in die Zürcher Innenstadt, um den Winter symbolisch zu verabschieden und den Frühling zu begrüssen. Dieses Jahr erhält das Sächsilüüte-Fest eine besondere Note. Zum zweiten Mal ist Graubünden als Gastkanton mit dabei. Vom 17. bis 20. April 2026 präsentiert sich der Bergkanton unter dem Motto «echt patgific». Patgific ist mehr als ein rätoromanisches Wort – es steht für Gelassenheit, Innovationsgeist und einen selbstverständlichen Blick nach vorne. Genau dieses Bündner Lebensgefühl soll auch am Sechseläuten 2026 spürbar werden und bringt eine entschleunigte, genussvolle Note ins Zürcher Frühlingsfest.
Tradition mit Geschichte
Der Ursprung des Sechseläutens reicht bis ins Mittelalter zurück. Damals bestimmten die Zünfte als mächtige Handwerksverbände das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Stadt. Mit den länger werdenden Tagen im Frühling wurden auch die Arbeitszeiten angepasst: Statt um fünf Uhr endete der Arbeitstag neu um sechs Uhr. Das Läuten der Glocken – das «Sechs-Läuten» – gab dem Fest seinen Namen und markierte den Beginn der warmen Jahreszeit.
Vier Tage Feststimmung
Der Auftakt erfolgt traditionell am Freitagnachmittag auf dem Lindenhof, der zugleich das Herzstück des Gastauftritts von Graubünden bildet. Vier Tage lang zeigt der Kanton, was ihn als Ort zum Leben und Arbeiten ausmacht: echtes Bündner Handwerk, kulinarische Spezialitäten und ein vielseitiges Programm laden zum Entdecken und Verweilen ein. Zu den weiteren Höhepunkten gehört der Kinderumzug am Sonntag, bei dem historische Kostüme und lebendige Traditionen das Stadtbild prägen. Am Montag folgt der grosse Umzug der Zünfte, ein farbenprächtiges Spektakel mit Pferden, Musik und aufwendig gestalteten Wagen. Er führt schliesslich zum Sechseläutenplatz, wo sich alles auf den entscheidenden Moment zuspitzt: die Verbrennung des Bööggs. Der Brauch sagt: Je schneller es knallt, desto schöner wird der Sommer.
Der Böögg – Star mit Sprengkraft
Hinter dem Böögg steckt viel Handarbeit: Seit 2016 wird er von Lukas Meier, Zünfter der Zunft Schwamendingen, gebaut. Rund 60 Arbeitsstunden und fast 70 Liter Kleister werden benötigt, um die Figur entstehen zu lassen. Mit 3,4 Metern Höhe, rund 1,80 Meter Umfang und etwa 100 Kilogramm Gewicht ist der Böögg eine imposante Erscheinung. Gefüllt mit Holzwolle und Knallkörpern thront er bereits am frühen Montagmorgen auf dem rund zehn Meter hohen Scheiterhaufen – bereit für seinen grossen Auftritt. Und dann, beim sechsten Glockenschlag der Turmuhr der Kirche St. Peter, wird das Feuer entfacht – und ganz Zürich hält den Atem an. Minuten später fällt die Entscheidung. Mit dem Knall des Bööggs verabschiedet sich der Winter endgültig.
«Viva grigioni sechsilüüta 2026»!
Wann: 17. bis 20. April 2026
Informationen unter Sächsilüüte
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