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Von Memphis über Denver und Fort Worth bis Chicago: Zum 250-Jahr-Jubiläum der USA entstehen neue Museen, Kulturzentren, Hotels und Architekturprojekte, die den Blick über die Küsten hinaus lenken.

Zum 250-jährigen Bestehen der USA lohnt sich nicht nur der Blick nach New York, Los Angeles oder San Francisco. Auch im Rest des Landes entstehen 2026 bemerkenswerte Kultur- und Architekturadressen: das neue Memphis Art Museum von Herzog & de Meuron, das National Juneteenth Museum in Fort Worth, die Theodore Roosevelt Presidential Library in North Dakota oder das Obama Presidential Center in Chicago. Gemeinsam zeigen sie ein Amerika, das seine Geschichte neu erzählt – zwischen Erinnerungskultur, öffentlichem Raum, Design und zeitgenössischer Gastlichkeit.


Memphis Art Museum

Eine Holzhütte der Superlative für die Mississippi Waterfront: Wenn Ende des Jahres Herzog & de Meurons neues Memphis Art Museum die Pforten öffnet, feiert der elegische Ole Man River ein paar Takte Common Sense. Denn der elegante, unaufgeregte Museumsbau, der anstelle grosser Bauhöhe lieber auf nachhaltigen Holzbau, auf eine harmonische Eingliederung in die Umgebung und auf transparente Fassadengestaltung setzt – Letztere ermöglicht Spaziergängern Kunstgenuss en passant und trägt Kunst nach aussen – fällt mühelos in die Kategorie demokratisches Design. Öffentliche Bereiche mit Riverfront-Feeling sowie ein Dachgarten, der regionale Flora mit Skulpturen und Rundumblick auf das Stadtzentrum und auf den Fluss verbindet, sind zentrale Elemente der Planung. Nicht zu vergessen die museale Expertise: Über 10000 Exponate aus allen Epochen und 400 jährlich stattfindende Kunstevents machen das Memphis Art Museum der Basler Pritzker Preis-Träger zum Kultur-Hub weit über Tennessee hinaus. 

Memphis Art Museum
49 S Front Street, Memphis
memphisartmuseum​.org


One River North

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Iwan Baan ©

Ein begrünter vertikaler «Canyon» im neuen Hochhaus? Plätschernde Wasserfälle zwischen Glaswänden? Diese spektakuläre Optik bietet Denvers One River North, ein Supertall Building des chinesischen Architekturbüros MAD. Denver, das Gateway zu Colorados Rocky Mountains, liefert auf diese Weise einen urbanen Vorgeschmack auf spektakuläre Bergszenerien. Das Gebäude, das öffentliche Grünbereiche inkludiert, ist als Verbindung urbaner Architektur und der umliegenden natürlichen Erosionslandschaften sowie der Bergwelt gedacht.

One River North
3930 Blake St., Denver
onerivernorth​.com


National Juneteenth Museum

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National Juneteenth Museum ©

Ein sternförmiges Dach aus Holz für den Lone Star State. Es findet sich in Fort Worth, Texas, und symbolisiert das Konzept der Freiheit – und zwar jener der Afroamerikaner. Gestaltet wurde es von der dänischen Bjarke Ingels Group (BIG), die mit dem Bau des National Juneteenth Museums betraut wurde. Juneteeth? So heisst der älteste Gedenktag zur Erinnerung an die Sklavenbefreiung in den USA, der erst von Joe Biden zum bundesweiten Feiertag erklärt wurde. Das Museum, das diesem Befreiungskampf gewidmet ist, hält immersive Galerien, ein Theater und eine Food Hall für lokale Spezialitäten bereit – und dient zugleich als neues Gateway zum Stadtteil Historic Southside. 

National Juneteenth Museum
959 E. Rosedale St., Fort Worth, Texas
nationaljuneteenthmuseum​.org


Theodore Roosevelt Presidential Library

Rechtzeitig zum runden 250er eröffnete am 4. Juli in Medora, North Dakota, eine einzigartige Gedenkstätte. Das hat mit der ungefähren Adresse der neuen Theodore Roosevelt Presidential Library zu tun: Badlands. Eingebettet in die windige Weite des umliegenden Gräsermeers und zugleich an den Rand des Little Missouri River gerückt, setzt der erdgedeckte Bau der dänischen Snøhetta Architekten die umliegenden, historisch relevante Nationalparklandschaft in Szene. Teilweise überschattete, abgesenkte oder erhöht geführte Rundwege laden auf vielfältige Weise zum Design-Spaziergang ein. Besonders lohnenswert sind nächtliche Besuche: North Dakotas Badlands sind aufgrund der minimalen Lichtverschmutzung eine Top-Adresse zum Sternenhimmelschauen.

Theodore Roosevelt Presidential Library
3410 Chateau Rd, Medora, North Dakota
trlibrary​.com


Obama Presidential Center

«You are America.» Dieses berühmt gewordene Obama-Zitat findet sich in die Fassade von Chicagos neuestem Museumsbau eingraviert. Diesen Juni eröffnete der in South Side Chicago gelegene Museums-Turm The Obama Presidential Center, der als globales Zentrum für bürgerschaftliches Engagement dient. Interessant ist die Gegend auch für Kenner der Windy City: Das in nächster Nähe zum Museum of Science and Industry gelegene Gelände Jackson Park gilt als Meilenstein amerikanischen Landscape-Designs und lädt zum Besuch des restaurierten Woman’s Garden und zum Wetland Walk ein.

Obama Presidential Center
6001 S. Stony Island Ave., Chicago
obama​.org


Dartmouth Hopkins Center for the Arts

Neuer Anlauf für The Hop – wie das Dartmouth Hopkins Center for the Arts von New Hampshires Kulturgemeinde genannt wird. Nach fast dreijähriger Erweiterung und Restaurierung durch das dänische Architekturbüro Snøhetta lädt das zentrale Gebäude des umliegenden Dartmouth Arts Districts mit kurvigen Bauformen und vielfältigen Performances ein – und erlaubt Besuchern spannende Einblicke in das kulturelle Milieu eines angesagten neuenglischen Campus.

Dartmouth Hopkins Center for the Arts
4 East Wheelock Street, Hanover, New Hampshire
hop​.dartmouth​.edu


St. Louis Symphony Orchestra

Zwei zum Preis von einem: Wer in St. Louis am Missouri, berühmt für Raddampfer, Brauereien und schleppenden Blues Station macht, findet mit dem aktuellen Ausbau der St. Louis Symphony Orchestra Powell Hall im Stadtviertel Grand Center/​Midtown eine spannende Metamorphose. Rechtzeitig zum runden Hunderter der historischen Powell Symphony Hall setzt eine bewusst offen gestaltete, neue Konzerthalle besondere Akzente. Die Devise dazu lautet: publik statt privat. Einladende, lichtgeflutete Rundbögen und ‑fenster sind wesentlicher Bestandteil des kommunikativen räumlichen Konzepts – und sollen auch an die Prinzipien des Instrumentenbaus erinnern.

St. Louis Symphony Orchestra
718 North Grand Boulevard, St. Louis
slso​.org


The Milken Center for Advancing the American Dream (MCAAD)

Wie baut man den American Dream? Wie gelingt der Sprung vom Tellerwäscher zum Millionär? Weiterführende Informationen zur Essenz Amerikas und Starthilfe zu erfolgreichen Unternehmertum bietet ein historischer Gebäudekomplex in nächster Nähe zum Weissen Haus: Das Milken Center for Advancing the American Dream (MCAAD), Ecke 15th St und Pennsylvania Ave NW – einst befanden sich hier die Riggs National Bank aka «Bank of Presidents» sowie die American Security & Trust Company – ist auch nach abgeschlossener Restaurierung und Einbau eines neuen Glas-Atriums alles andere als ein herkömmliches Museum. Anstelle von Artefakten ist hier «living laboratory» angesagt. Dazu zählt die zentrale interaktive Ausstellung samt 270-Grad-Show «Stand Together».

MCAAD
1503 Pennsylvania Ave NW, Washington
mcaad​.org


The Monarch San Antonio, Curio Collection by Hilton

Wenige Gehminuten entfernt von San Antonios historischem Wahrzeichen Alamo und noch näher am lauschigen River Walk eröffnete The Monarch, Curio Collection by Hilton. Das Designkonzept des Boutique-Hotels ist ungewöhnlich: Es kreist um das Thema Metamorphose. Aus Bäumen werden hier Bänke, weiche Übergänge sind allgegenwärtig, und das gilt auch für das namensgebende Schmetterlings-Motiv – den Monarchfalter. Letzterer taucht in Form von Leuchten auf und als zwei Millionen Dollar teure LED-Skulptur La Mariposa im Freigelände ausserhalb des neuen Hotels.

The Monarch San Antonio
222 S Alamo St., San Antonio, Texas
hilton​.com


Route 66 Centennial: Stopover Tulsa

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Route 66 Centennial ©

Vor exakt hundert Jahren ging die Mother Road, die legendäre Route 66, in Betrieb. Als erste durchgängige Verbindung vom Mittleren Westen bis Kalifornien begründete sie den US-Mythos der Road Story und veränderte zugleich die Sichtweise auf Strassenränder. Davon zeugen Signalfarben und im Laufe der Zeit immer grösser und greller gewordene Werbetafeln, die so um die Aufmerksamkeit schnell Vorüberfahrender buhlen. Anstoss zum dynamischen Stil einer Bewegungs-Architektur gab die erste Fernverbindung auch. Das feiern nun neu gestaltete Museen wie der Route 66 Neon Park. Neu entdeckt werden aber auch historische Etappen, unter denen die chronisch übersehene Art Deco Perle Tulsa herausragt. Sprudelnde Ölquellen bescherten der Stadt in den 20er-Jahren Ölbarone und einen unerhörten Bauboom – das macht sie nun zum vergessenen Architektur-Geheimtipp des Cowboy State Oklahoma.

oklahomaroute66​.com


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