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Perfektes Timing für Nebensaison-Trips in alle Welt: Wann man in Rabat Rabatt bekommt, in Schottland keinen Regenschirm braucht und in Venedig nebelgraue Wunder erlebt. Hier unsere Tipps für April bis Juni.

Reise in die Mitte der Polarnacht? Tagelanger Murmeltier-Modus, bloss kein Stress? Klingt gut. Ideal dafür: eine jener erdig rot lackierten Fischerhütten auf den Lofoten, wo spitze Gipfel wie Haifischzähne aus dem Polarmeer ragen und sich bunte Fischerdörfer an die Küste schmiegen. Im Sommer wird es hier eng – Skandinavien steht in Zeiten wachsender Hitze hoch im Kurs. Im Winter hingegen, wenn die Tage extrem kurz sind, kehrt Ruhe ein. Die Wetter-App sagt: durchschnittlich null Sonnenstunden. Oder poetischer: Ein magischer Schimmer legt sich über die Inseln, während Sonnenauf- und ‑untergang ineinanderfliessen und das Eis zur Naturbühne für lilafarbenes Licht wird. Den hohen Norden im Winter zu bereisen, folgt einem klaren Trend: Off-Season Travel. Die Gründe sind vielfältig – überlaufene Hotspots, Billigflieger, anhaltender Reiseboom und neue, flexible Lebensmodelle. In der Hauptsaison kommt oft zu viel zusammen.

Die Vorzüge der Nebensaison liegen auf der Hand: günstigere Hotelpreise, entspannte Restaurantreservierungen und Sehenswürdigkeiten ohne Gedränge. Auch die Einheimischen schalten in den Off-Modus. Gleichzeitig verschieben sich durch klimatische Veränderungen die idealen Reisezeiten. Bleibt für Nebensaison-Reisende nur eine Frage: Wann fährt man am besten wohin?

Mai: Bahamas

Shoulder Season heisst die Nebensaison auf Englisch. Starke Schultern gegen den Wind braucht man in der Karibik im Mai aber noch nicht. An Reisezielen wie den Bahamas beginnt die Hurricane Season offiziell erst im Juni. Das birgt Risiken und Chancen – wobei Letztere klar überwiegen. Discounts bei Hotels, regionalen Flügen und vergleichsweise leere Strände sind dann garantiert. Die kleine Harbour Island – ein Tipp für Honeymooner und berühmt für seinen Pink Sand Beach – ist jetzt noch romantischer. Graue Wolken bescheren dem Dialog von türkisem Meer und rosafarbenem Sand – er entsteht durch winzige Schalen der Mikroorganismen Foraminifera – zusätzliche Dramatik.

Juni: Malediven

Wenn sich die Monsunwolken im benachbarten Indien zuerst an den Westghats stauen und etwas später an den Himalayahängen, sind Regenfälle ernst zu nehmen. Die flachen Atolle der Malediven legen sich weniger steil quer. Hier ziehen die Regenwolken des jährlichen Südwest-Monsuns – Hulhangu heisst er vor Ort – ungehindert weiter. Ein leicht bedeckter Himmel, höhere Luftfeuchtigkeit, gelegentliche Spritzer – Schlimmeres ist in der Regel nicht zu erwarten. Trauminseln wie die Zwillingsinseln Chill und Play – zwei von wenigen maledivischen Inseln mit echtem Waldbestand – sind üppig grün. Surfer freuen sich währenddessen über gute Swells – sprich höhere Wellen. Und auch hier gilt: weniger Urlauber, attraktive Preise. Budget und Luxus sind dann kein Widerspruch.


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