Zum 60-Jahr-Jubiläum kehrt das Montreux Jazz Festival ins Kongresszentrum zurück und verbindet einmal mehr Musiklegenden mit den Stimmen von morgen.
Es gibt Festivals, die vor allem durch ihr Programm begeistern. Und es gibt Montreux. Seit sechs Jahrzehnten schafft das Festival am Genfersee Begegnungen zwischen Musiklegenden, aufstrebenden Talenten und einem Publikum aus aller Welt. Anlässlich des 60-jährigen Bestehens schlägt das Montreux Jazz Festival nun ein neues Kapitel auf – an einem vertrauten Ort, aber mit frischer Energie.
Ein Jubiläum zwischen Tradition und Aufbruch
Home again! Nach zwei Jahren am Seeufer kehrt das Montreux Jazz Festival in seine ikonischen Spielstätten zurück. Erstmals seit der umfassenden Renovation öffnen das Auditorium Stravinski und das Montreux Jazz Lab wieder ihre Türen. Ganz auf die einzigartige Atmosphäre am Wasser verzichten müssen die Musikfans dennoch nicht: Entlang der Promenade bleibt der Festivalparcours bestehen – mit kostenlosen Konzerten, kulinarischen Genüssen und Begegnungsorten, die Montreux seit jeher zu weit mehr machen als einer reinen Konzertveranstaltung.
Auf beiden Bühnen spiegelt sich die Offenheit wider, die das Festival seit seiner Gründung prägt. Das Programm vereint etablierte Grössen und neue Stimmen, Jazzlegenden und Pop-Phänomene, internationale Stars und vielversprechende Talente. Von Johannesburg über London und Los Angeles bis nach Stockholm reicht die musikalische Landkarte dieser Jubiläumsausgabe. Den Auftakt macht RAYE mit einer eigens für Montreux konzipierten Soirée mit mehreren Special Guests. Im Jazz Lab eröffnet Eddy de Pretto mit «Lonely Club», einer Zusammenarbeit mit der Choreografin Maud Le Pladec, die Musik und zeitgenössischen Tanz verbindet. Für den Schlusspunkt sorgt Disco-Pionier Cerrone mit seinem orchestralen Projekt «Disco Symphonic».
An den beiden Abenden mit Sondervorstellungen verwandelt sich das Lab in einen amerikanischen Jazzclub: Marcus Miller ehrt Miles Davis zu dessen 100. Geburtstag, während Charles Lloyd ebenfalls ein Jubiläum feiert, stand er doch bereits bei der ersten Ausgabe des Festivals auf der Bühne. Ebenfalls dabei sind weitere Schlüsselfiguren der Festivalgeschichte, darunter Deep Purple, Sting, Van Morrison, James Taylor sowie Billy Cobham, einer der einflussreichsten Schlagzeuger der Jazz- und Fusion-Geschichte. Die britische Sängerin und Songwriterin PinkPantheress steht erstmals in der Schweiz auf der Bühne, während Tyla, GIVĒON und Conan Gray ihr Debüt in der Romandie feiern.
Haute-Couture-Plakat – eine angemessene Extravaganz
Zur Feier seiner 60. Ausgabe schmückt sich das Montreux Jazz Festival mit einem aussergewöhnlichen Jubiläumsplakat. Der aus dem Wallis stammende Modedesigner Kévin Germanier hat dafür eine Kreation von strahlender Üppigkeit entworfen. Inspiriert von Haute-Couture-Roben entstand ein fantastisches Upcycling-Werk aus 60’000 Perlen und Pailletten. Sämtliche Elemente stammen aus früheren Modellen. Perlen aus Glas, Holz und Kunststoff wurden sorgfältig auf einen Samtstoff gestickt. «Sechs Personen haben gleichzeitig gestickt, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Es ist eine wahre technische Meisterleistung, ein organisiertes Chaos», erzählt der heute in Paris lebende Modedesigner.
Wie eine Legende entstand
Als Claude Nobs 1967 den Grundstein für das Montreux Jazz Festival legte, standen ihm für die erste Ausgabe über drei Tage gerade einmal CHF 10’000 zur Verfügung. Kaum jemand hätte damals geahnt, dass aus einem kleinen Festival am Genfersee eine der bedeutendsten Musikveranstaltungen Europas entstehen würde. Sein Anspruch war von Beginn an klar: «Ich wollte nie nur eine Zwischenstation auf den Tourneen und Festivals sein, die Künstler in ganz Europa veranstalten.» Dem gelernten Koch und Visionär gelang weit mehr. Montreux wurde zu einem Ort, an dem musikalische Grenzen verschwimmen, Generationen aufeinandertreffen und immer wieder Geschichte geschrieben wird. Sechzig Jahre später bleibt die Idee von Claude Nobs dieselbe: Künstlerinnen und Künstler zusammenzubringen, musikalische Grenzen zu überwinden und unvergessliche Momente zu schaffen. Oder, wie es Sting einst formulierte: «In Montreux fühle ich mich mit der grossen Gemeinschaft der Musiker verbunden.» Genau dieses Gefühl dürfte auch die Jubiläumsausgabe prägen.
Wann: 3. bis 18. Juli 2026
Montreux Jazz Festival 2026
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